Arzneipflanzen produzieren üblicherweise eine Vielzahl von Verbindungen, von denen eine oder mehrere für die erwünschten Wirkungen verantwortlich sein können. Was ihre Erforschung häufig erschwert, bildet eine wichtige Grundlage bei der Suche nach Pflanzen mit antiinfektivem Potenzial. „Die Vielstoffgemische sprechen anders als Antibiotika, die auf ein spezielles Target im Stoffwechsel der Bakterien abzielen, viele verschiedene Ansatzpunkte an“, sagte Professor Dr. Uwe Frank, Universität Freiburg, in seinem Vortrag auf der pharma-world der expopharm. Seine Arbeitsgruppe untersucht unterschiedliche Pflanzen und ihre Inhaltsstoffe auf ihre antiinfektiven Eigenschaften: unter anderem Lauchgewächse und Eichenrinde, aber auch senfölhaltige Pflanzen und Pflanzen, die ätherische Öle produzieren.

Das größte Potenzial sehe er bei senfölhaltigen Pflanzen – wie Senf, Meerrettich oder Rettich – vor allem in der Indikation Harnwegsinfekte und speziell bei rezidivierenden Harnwegsinfekten in der Postmenopause. Ein großes Potenzial besäßen aber auch ätherische Öle, von denen sich einige gegen unterschiedliche Erreger als wirksam erwiesen haben. Seine Arbeitsgruppe untersuchte unter anderem verschiedene Fraktionen des Korianderöls. Diese zeigten in einer Salbe zur Behandlung von Neurodermitis und Dermatosen eine Wirksamkeit unter anderem gegen Staphylokokken inklusive MRSA und Streptokokken. Angesichts der fehlenden Innovationen bei den klassischen Antibiotika sollte man mögliche pflanzliche Optionen nicht unberücksichtigt lassen, so Frank.

Den vollständigen Vortrag von Professor Dr. Uwe Frank gibt es hier:

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