Seit Anfang 2018 ist der monoklonale Antikörper Erenumab auf dem Markt, in diesem Jahr folgten Fremanezumab und Galcanezumab. Mit Eptinezumab steht ein weiterer Wirkstoff in den Startlöchern, ist aber noch nicht erhältlich. Während Erenumab mit dem Calcitonin-Gene-Related-Peptide (CGRP) um die Bindung an dessen Rezeptor konkurriert, binden die anderen drei Antikörper direkt an CGRP. Ohne Facharzt-Kontakt erfahren viele Migräne-Patienten jedoch nicht von den innovativen Therapieoptionen. Diese standen im Fokus einer Podiumsdiskussion auf der pharma-world, die von Professor Dr. Theo Dingermann, Universität Frankfurt am Main, moderiert wurde.

Der Apotheker kann hier zu einem wichtigen Vermittler werden. So könne er im Beratungsgespräch Migräne-Patienten, die nicht adäquat behandelt werden, meist relativ einfach identifizieren, sie informieren und an einen Facharzt verweisen, sagte Apotheker Dr. Björn Schittenhelm. „Das sind beispielsweise Patienten, die häufiger in der Selbstmedikation nach Triptanen fragen und teilweise gleich mehrere Packungen auf einmal erwerben wollen.“

Der Apotheker könne hier die Qualität der Arzneimittel-Therapie verbessern, sagte ABDA-Präsident Friedemann Schmidt. „Es ist unsere Verpflichtung, dafür zu sorgen, dass die geeigneten Patienten von den Innovationen profitieren können.“ Er hält gerade die Indikation Migräne für geeignet, darüber nachzudenken, wie pharmazeutische Dienstleistungen in der Praxis umgesetzt werden können. Einen Konflikt mit den Ärzten sieht er dabei nicht.

Auch Professor Dr. Manfred Schubert-Zsilavecz, Universität Frankfurt am Main, sieht hier eine wichtige Aufgabe für den Apotheker. Die Apotheke biete als niedrigschwellige Anlaufstation die ideale Möglichkeit, die Patienten herauszufiltern. „Die Apotheker haben den Überblick über Innovationen. Sie müssen ihr Wissen nur noch auf den Patienten übertragen.“

Die Podiumsdiskussion „Update Migräne Prophylaxe“ können Sie sich hier ansehen:

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