Kreuzschmerzen bilden nach psychischen Erkrankungen die häufigste Ursache für eine vorzeitige Berentung. Ziel der Behandlung eines akuten unspezifischen Kreuzschmerzes sei es, eine Chronifizierung der Beschwerden zu vermeiden, erläuterte Professor Dr. Manfred Schubert-Zsilavecz, Universität Frankfurt am Main, in seinem Vortrag auf der pharma-world-Bühne der expopharm. Er stellte zahlreiche medikamentöse und nicht-medikamentöse Therapieoptionen gemäß der aktuellen nationalen Versorgungsleitlinie vor. Wichtig dabei: Nicht alles, was akuten Kreuzschmerz lindern kann, eignet sich auch zur Behandlung chronischer Kreuzschmerzen und umgekehrt.

Nichtsteroidale Antirheumatika (NSAR) kommen zur Besserung akuter Kreuzschmerzen häufig zum Einsatz. Sie sollten aber nicht als alleinige Maßnahme angewendet werden, sondern stets, um eine Mobilisation des Patienten zu erleichtern, führte Schubert-Zsilavecz aus. Die Anwendung von NSAR sollte systemisch und nicht topisch erfolgen. Opioide könnten hingegen bei chronischem Kreuzschmerz angewendet werden, wenn andere Arzneimittel nicht ausreichend gewirkt haben oder gegen diese Kontraindikationen bestehen. Keinesfalls sollten Opioide hier in Form transdermaler therapeutischer Systeme eingesetzt werden, betonte er.

Unter den nicht-medikamentösen Therapieoptionen spielen Massagen und Wärmeanwendungen für die Patienten eine wichtige Rolle. Massagen sollten jedoch nicht in der akuten Phase eines Kreuzschmerzes angewendet werden, so der Referent. Wärme in Kombination mit aktivierenden Maßnahmen könne bei akuten Beschwerden hingegen zu einer rascheren Linderung beitragen. Eine alltagstaugliche Variante stellen Wärmepflaster dar, die über eine exotherme Reaktion von Eisenpulver mit Sauerstoff über mehrere Stunden Wärme liefern. Trotz einfacher Anwendung stellten sie dennoch ein erklärungsbedürftiges Produkt dar, betonte er. So sollten ältere Menschen mit empfindlicher Haut diese mit einer textilen Unterlage verwenden. Zudem müsse man mit der Fantasie mancher Anwender rechnen: Keinesfalls könne man die Pflaster in der Mikrowelle regenerieren.

Den vollständigen Vortrag von Herr Prof. Dr. Manfred Schubert-Zsilavecz gibt es hier:

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