Lösungen und Suspensionen sind besonders geeignete Arzneiformen für die Pädiatrie. Dr. Stefanie Melhorn vom DAC/NRF erklärte heute bei einem Vortrag in der Pharmaworld auf der Expopharm die Vor- und Nachteile der beiden Arzneiformen und was es bei deren Herstellung zu beachten gibt

Besser eine Lösung oder eine Suspension herstellen? „Man sollte, wenn es möglich ist, immer versuchen, eine Lösung herzustellen“, sagte Dr. Stefanie Mehlhorn. Lösungen sind in der Regel unproblematischer, stabiler und besser dosierbar als Suspensionen. Dafür müsse der Wirkstoff aber gut im Trägermedium – in der Pädiatrie in der Regel Wasser – löslich sein. Angaben zur Löslichkeit kann man in der entsprechenden Arzneibuch-Monographie finden. Alle Bestandteile des Arzneimittels wie Konservierungsmittel, Geschmackskorrigenzien und Verdickungsmittel müssen für die jeweilige Altersgruppe geeignet sein.

„Wir arbeiten immer mit Volumendosierung, denn auch bei der späteren Verabreichung messen die Eltern ja in der Regel in Millilitern ab“, sagte Melhorn. Bei Suspensionen könne man prinzipiell auch etwas höher dosieren als bei Lösungen, die oft tropfenweise verabreicht werden. Bedenken müsse man bei der Dosierung auch, wie groß das später einzunehmende Volumen sein wird. „Kleinere Kinder können keine sehr großen Volumina einnehmen.“

Bei der Herstellung einer Lösung lasse sich die Löslichkeit des Wirkstoffs beispielsweise verbessern, indem man statt der Base ein Salz einsetzt. Wichtig hierbei: Die Menge so anpassen, dass die Dosierung stimmt. Manchmal biete sich auch der Zusatz eines Lösungsvermittlers an. In der Pädiatrie seien Glycerol und Sorbitol gut geeignet, so Melhorn. „Sie schmecken süß und wirken so gleichzeitig als Geschmackskorrigens.“

Wie schnell sich der Wirkstoff löst, ist unter anderem abhängig von der Temperatur und der Größe der Partikel. Mikronisierte Wirkstoffe lösten sich aufgrund der größeren Oberfläche schneller, wie Melhorn erklärte. Auch wer eine Lösung bei der Herstellung kontinuierlich rührt, kann die Lösungsgeschwindigkeit beschleunigen.

Erschienen auf www.pharmazeutische-zeitung.de am 28.09.2019 von Verena Schmidt