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pharma-world | Vitalpilze: Neu auf der pharma-world

Vitalpilze sind Bestandteil der traditionellen chinesischen Medizin, in den Apotheken und auf der pharma-world zählten sie bisher zu den Exoten. Was Vitalpilze möglicherweise bewirken und auf welche Weise dies geschehen könnte, waren zentrale Fragen sowohl des pharma-world-Vortrages von Heilpraktiker Alexander Baur-Schall als auch des Fachinterviews am Stand von Hennig Arzneimittel, das von Professor Dr. Theo Dingermann, Frankfurt am Main, moderiert wurde.

Insbesondere die enthaltenen Polysaccharide sehe man als zentrale Bestandteile für die Effekte an, erläuterte Baur-Schall im Vortrag und im anschließenden Interview. Sie seien in der Lage, das Immunsystem modulierend zu beeinflussen. Die Mechanismen sind bisher weitgehend unbekannt. Denkbar sei ein Effekt auf das Darmmikrobiom und auf die Peyer-Plaques – zusammenhängenden Lymphfollikeln, die sich im gesamten Dünndarm befinden, vor allem im Krummdarm und im Wurmfortsatz, sagte Dingermann. Polysaccharide könnten dabei möglicherweise „wie ein Externum“ verhalten, also prä- oder probiotisch, aber ohne dass eine Resorption stattfinde. Dennoch sei eine Reaktion des „größten Immunorgan des Körpers“ vorstellbar. Es spreche daher nichts gegen einen Heilversuch. Wichtig sei, ein Ziel hinsichtlich des Effektes und des Zeitraumes zu setzen, um zu überprüfen, ob man auf den Einsatz anspreche.

Den vollständigen Vortrag von Alexander Baur-Schall gibt es im Video.

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Mittwoch, 8. Mai 2019|pharma-world|

pharma-world | Hustenmedikamente im Spannungsfeld

Welche Wirkstoffe eignen sich zu Linderung akuter Hustenbeschwerden? Die Beantwortung dieser Frage fällt trotz breiter Palette an Therapieoptionen mitunter nicht leicht. So sei die Datenlage aus klinischen Studien zu den verschreibungspflichtigen Antitussiva Codein und Dihydrocodein „übersichtlich“, obwohl es jahrelange praktische Erfahrungen mit der Anwendung gebe, sagte Professor Dr. Manfred Schubert-Zsilavecz, Universität Frankfurt am Main, in seinem Vortrag auf der pharma-world der expopharm.

Eher unübersichtlich ist hingegen der Bereich der pflanzlichen Expektoranzien. „Es bedarf der Expertise und Recherche, um herauszufinden, was zu empfehlen ist,“ erläuterte Schubert-Zsilavecz weiter. Einige Beispiele: Produkt-spezifische Daten liegen demnach für Eukalyptusöl-haltige Arzneimittel vor. „Sie rechtfertigen einen indikationsgemäßen Einsatz nach den Kriterien der evidenzbasierten Medizin“, so der Referent. Zur klinischen Wirksamkeit von Efeu-Zubereitungen wurde eine Vielzahl von Daten veröffentlicht. Diese belegten die Wirksamkeit von Efeu-Extrakten bei akuten und chronischen Bronchitiden; allerdings hatten einige Studien Mängel im Design. Für den ethanolischen Extrakt EPs 7630 aus Pelargonium sidoides liegen Daten aus acht klinischen Studien vor, die den indikationsgemäßen Einsatz des Arzneistoffes rechtfertigen. Wichtig sei, die einzelnen Extrakte hinsichtlich der Evidenz stets differenziert zu betrachten, betonte Schubert-Zsilavecz.

Keine zugelassenen Arzneimittel gibt es hingegen zur Behandlung des chronischen Hustens. Neue Erkenntnisse zur Pathophysiologie haben jedoch zur Entwicklung potenzieller Arzneistoffe geführt. Schubert-Zsilavecz nannte unter anderem P2X2/3-Antagonisten und stufte sie als erfolgversprechend ein. Ihre Wirkung beruht darauf, im Lungengewebe pathophysiologisch erhöhte ATP-Konzentrationen zu senken und damit die Hustenreizschwelle anzuheben. Der P2X2/3-Antagonist Cefapixant befindet sich in der späten Phase der klinischen Zulassung.

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Dienstag, 23. April 2019|pharma-world|

pharma-world | Chronischer Husten: Das ungelöste therapeutische Problem

Dauern Hustensymptome länger als acht Wochen, spricht man von einem chronischen Husten. Häufig – doch nicht immer – lasse sich eine Grunderkrankung wie ein Asthma bronchiale oder eine Allergie feststellen, erläuterte Dr. Peter Kardos, Frankfurt am Main, in seinem Vortrag auf der pharma-world in München.

Die Symptome mancher Patienten besserten sich trotz spezifischer Therapie, etwa des Asthmas oder einer Refluxerkrankung, nicht. Beim refraktären chronischen Husten treten die Beschwerden spontan oder durch spezielle Reize ausgelöst praktisch ausschließlich tagsüber oder beim Schlafengehen auf, nicht jedoch nachts. Als auslösende Reize kommen beispielsweise Parfüm oder Zigarettenrauch infrage, aber auch der Wechsel von kalter zu warmer Luft, etwa beim Betreten der warmen Wohnung im Winter. Frauen sind etwa doppelt so häufig betroffen wie Männer, besonders häufig Frauen ab der Menopause.

Bereits das Lutschen von Bonbons oder Pastillen könne bei manchen Patienten die Symptome bessern, sagte Kardos weiter. Dazu trage auch der enthaltene Zucker bei, der Hustenrezeptoren im Rachenbereich beruhige. Auch bei Antitussiva zeigten Sirupe eine bessere Wirkung als Kapseln oder Tabletten. Off Label würden aber auch erfolgreich Amitriptylin, Gabapentin oder Pregabalin verwendet, die auch bei der Behandlung neuropathischer Schmerzen zum Einsatz kommen. Ansatzpunkt für zukünftige Arzneistoffe gegen refraktären chronischen Husten stellt der P2X3-Rezeptor in den Atemwegen dar, der eine zentrale Rolle bei der Sensibilitätserhöhung spielen.

Viele spannende Details zum chronischen Husten gibt es im Video des Vortrags.

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Donnerstag, 11. April 2019|pharma-world|

pharma-world | Neue Wirkstoffe in der Migräne-Prophylaxe

Die kürzlich zugelassenen monoklonalen Antikörper zur Migräne-Prophylaxe standen im Fokus des Vortrages von Professor Dr. Manfred Schubert-Zsilavecz, Frankfurt am Main. Deren Besonderheit: Anders als die hierfür bisher zur Verfügung stehenden Arzneimittel wurden sie ausdrücklich für dieses Anwendungsgebiet entwickelt.

Die neuen Wirkstoffe adressieren einen Schlüsselmediator der Migräne, das Calcitonin Gene Related Peptide (CGRP), das bei Migränikern in hoher Konzentration vorliegt. Sie blockieren entweder den CGRP-Rezeptor (wie Erenumab) oder CGRP selbst (wie Fremanezumab oder Galcanezumab). Fremanezumab ist bisher nur in den USA zugelassen, Galcanezumab ist noch nicht auf dem Markt. Studien zeigten, dass CGRP-Antagonisten dosisabhängig die Zahl der Migräne-Attacken reduzieren, ohne dass es zu Interaktionen mit anderen Neurotransmittern oder mit anderen Arzneistoffen kam, führte Schubert-Zsilavecz aus.

Das vollständige Migräne-Update 2018 – so der Titel des Vortrages – gibt es in diesem Video.

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Montag, 25. März 2019|pharma-world|

pharma-world | Coffein macht Analgetika schneller und stärker

Analgetika sind im Bereich OTC die am besten untersuchten Arzneimittel. Über Kombinationen mit Coffein informierte Professor Dr. Thomas Herdegen, Kiel, in seinem Vortrag auf der pharma-world der expopharm. Angewendet werden rezeptfrei erhältliche Schmerzmittel in zahlreichen Bereichen. So lindern die Wirkstoffe nicht nur Schmerzen sondern werden auch als Entzündungshemmer und zur Fiebersenkung verwendet.

Für Patienten spielt die Geschwindigkeit, mit der Kopfschmerz gebessert wird, eine wichtige Rolle. Zwar lasse sich diese durch eine Einnahme auf nüchternen Magen steigern, führte Herdegen aus. Doch im Alltag träten Kopfschmerzen meistens nicht dann auf, wenn der Magen leer sei. Der Zusatz von Coffein steigere nicht nur die Wirkgeschwindigkeit sondern verstärke auch nebenwirkungsfrei die Wirkung der analgetischen Substanz, sodass diese niedriger dosiert werden könne. Dadurch sinke das Risiko von Nebenwirkungen durch den Schmerzwirkstoff.

Als mögliche Kombinationspartner von Coffein nannte Herdegen Acetylsalicylsäure (ASS) und/oder Paracetamol sowie Ibuprofen. Coffein sei Studien zufolge im Dosisbereich von etwa 50 bis 150 mg ein zuverlässiges Koanalgetikum. Außerdem sei es in der Lage, den Ceiling-Effekt von Ibuprofen zu durchbrechen. Die Bedeutung des Wirkverstärkers Coffein spiegelt sich auch in der aktuellen Migräne-Leitlinie wider, in der die Kombination aus ASS, Paracetamol und Coffein als Mittel der 1. Wahl aufgeführt ist.

Das vollständige Video des Vortrages gibt es hier.

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Donnerstag, 7. März 2019|pharma-world|

pharma-world | Kapselherstellung: Gravimetrische Methode für niedrig dosierte Kapseln

Wiegen, wiegen, mischen, einfüllen, kontrollieren – fertig! Dass die gravimetrische Methode gar nicht so kompliziert ist, wie sie mitunter erscheint, demonstrierten in einem Live-Cooking auf der pharma-world die Apothekerinnen Dr. Julia Potschadel und Dr. Sandra Barisch. Die gravimetrische Methode kommt bei der Herstellung von niedrig dosierten Kapseln zum Einsatz – und nur dort, betonte Sandra Barisch. Für höher dosierte Kapseln und Kapseln, die aus Fertigarzneimitteln hergestellt werden, eignet sie sich nicht.
Oberflächeneffekte spielen dabei eine zentrale Rolle. Wichtig sei, den Kontakt der Wirkstoff-Hilfsstoff-Mischung mit Oberflächen zu reduzieren, erläuterte Julia Potschadel. „Dabei entstehende Anhaftungen bestehen eher aus Wirkstoff als aus Hilfsstoff, da letzterer diesbezüglich praktisch inert ist.“ Auf den Einsatz eines Messzylinders verzichtet man daher. Neben dem Einwaage-Korrekturfaktor und, falls erforderlich, einem Korrekturfaktor bei einer Wirkstoff-Siliciumdioxid-Vorverreibung spielt für die korrekte Dosierung ein spezifischer Wirkstoffzuschlag eine wichtige Rolle. Die Zuschläge für die einzelnen Wirkstoffe erarbeiten derzeit das Zentrallaboratorium Deutscher Apotheker (ZL) und das Neue Rezeptur Formularium (NRF), etliche liegen bereits vor.

Das Live-Cooking zeigte auch, welche kleinen Nachlässigkeiten und Fehler sich zu einer deutlichen Qualitätsminderung addieren können – sogar in einer Messehalle und im direkten Vergleich zur korrekten Durchführung. Das belegte eindrucksvoll die abschließende Qualitätskontrolle mittels eines einfach anzuwendenden NRF-Excel-Tools.

Viele Details zur Herstellung niedrig dosierter Kapseln mit der gravimetrischen Methode gibt es im Video.

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Freitag, 8. Februar 2019|pharma-world|

pharma-world | Eigenherstellung: „Es geht mehr als nur Rezeptur.“

Mit Eigenherstellungen können Apotheken bei Kunden und Patienten punkten, doch viele schrecken bei der Herstellung von Defekturen, Standardzulassungen und unechten Hausspezialitäten vor allem wegen der erforderlichen Dokumentation zurück – unnötigerweise, wie Apotheker Lars Peter Frohn in seinem Vortrag auf der pharma-world der expopharm ausführte.

Voraussetzung für eine Herstellung im Rahmen der Defektur ist eine häufige ärztliche Verordnung des entsprechenden Arzneimittels. Da es sich um eine „Rezeptur auf Vorrat“ handelt, entfalle eine explizite Plausibilitätsprüfung, erläuterte Frohn. Sie habe im Rahmen der Anfertigung als Rezeptur bereits stattgefunden.

Abschreckend wirke vor allem die Risiko-Bewertung, so der Referent weiter. Diese lasse sich jedoch auf der Grundlage der fünf geforderten Kriterien – jährliche Produktionsmenge, Applikationsart und Darreichungsform, inhärente Risiken des Wirkstoffs, Herstellungsprozess sowie Abgabe – sehr einfach durchführen. Letztendlich bedeute die Risikobewertung nicht einmal einen Mehraufwand, da der Prüfaufwand durch sie enorm reduziert werde.

Mit Hilfe des DAC lassen sich die Anfertigungen in drei Risiko-Klassen einteilen. Die Zuordnung lasse sich durch ein Online-Tool leicht und rasch erledigen. Auf der expopharm konnten Interessierte es sich beim DAC/NRF auf der Avoxa-Standfläche anschauen und sich die Anwendung von den Experten erklären lassen.

Den vollständigen Vortrag gibt es in diesem Video.

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Montag, 28. Januar 2019|pharma-world|
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