Denkansätze und Erfahrungswerte zu Gesundheits-Apps gab Christian Edel, Geschäftsführer der Online-Beratungsagentur Team ccAA und Dozent an der Fachhochschule in Köln im Rahmen des InspirationLab auf der Expopharm in Düsseldorf.

Gesundheits-Apps haben ein breites Potenzial: Sie können therapiebegleitend eingesetzt werden, etwa um Patienten an die Einnahme von Medikamenten zu erinnern, oder als Gesundheitstagebuch dienen. Darüberhinaus können Apps zur Diagnose und Prävention von Krankheiten zum Einsatz kommen oder Wechselwirkungen aufdecken, erläuterte Edel. In jedem Fall müsse die Interaktion mit dem Nutzer immer im Vordergrund stehen, hob der Referent hervor.

Was zeichnet eine gute Gesundheits-App aus? / Foto: Adobe Stock/chinnarach

Doch was macht eine gute App aus? „Sie ist selbsterklärend, fehlerfrei, leicht zu bedienen und sieht gut aus“, so Edel. Die sogenannte Customer Journey, also die Erfahrung, die der Kunde bei der Benutzung mache, sei entscheidend. Je besser diese ist, desto besser ist auch die App. Denn nach dem Download müsse sich die App bewähren und dem Kunden im Alltag einen echten Mehrwert bieten.

Gleichzeitig warnte Edel vor einem Imageschaden durch schlechte Apps. Der Wettbewerb auf dem Gesundheitsmarkt sei groß. Man solle sich deshalb bei der Bedienbarkeit, Funktionalität und Gestaltung immer an der Zielgruppe orientieren. So seien beispielsweise große Buttons und Schriften sinnvoll, wenn sich die App an die Generation 50+ richte. Außerdem gibt Edel zu bedenken, dass nicht immer eine App notwendig sei. Oft reiche es, die eigene Homepage so zu optimieren, dass die Inhalte gut über das Smartphone dargestellt werden.

Erfolgsmessung von Apps
Neben der Auswertung der Downloads, der Benutzungshäufigkeit und -dauer der App seien auch die Bewertungen in den Webstores eine gute Möglichkeit, den Erfolg zu messen. Zusätzlich geben Rezensionen in den Shops Hinweise darauf, ob Apps fehlerfrei funktionierten. Ebenfalls sage die Zahl der Deinstallationen oder die Abbruchrate bei der Benutzung einiges über die Qualität einer App aus. Edel empfiehlt zudem, eine Feedback-Möglichkeit mit Verbesserungsvorschlägen in die App zu integrieren.

Ob eine App von den Usern positiv aufgenommen wird, hänge darüberhinaus auch mit der Qualität der eigenen Internetverbindung zusammen, denn wenn die Ladezeiten zu lang sind, werde die App nicht genutzt. Indem Inhalte auch offline zur Verfügung stehen, also in die App integriert sind und nicht ständig über Server geladen werden müssen, kann dieses Problem verkleinert werden, erklärte der Referent.

Zur Finanzierung von Apps bieten sich neben dem Verkauf auch die Möglichkeit der Vermietung oder die Integration von Werbung an. Und auch Eigenwerbung sollten die Anbieter einer App nicht außer Acht lassen. Damit Nutzer auf eine App aufmerksam werden, ist nach Erfahrung des Referenten etwa 20 bis 40 Euro Investition in Social Media Promotion pro Download notwendig.

Erschienen auf www.pharmazeutische-zeitung.de am 26.09.2019 von Julia Endris