pharma-world | Wie Erkältungsviren die innere Uhr nutzen

pharma-world | Wie Erkältungsviren die innere Uhr nutzen

Die innere Uhr steuert nicht nur das Schlaf- und Wachverhalten des Menschen, sie beeinflusst darüber hinaus zahlreiche weitere Vorgänge, zu denen auch Immunprozesse gehören. Auf welche Weise sie Einfluss auf den Verlauf von Erkältungskrankheiten nehmen kann, erläuterte Professor Dr. Achim Kramer, Berlin, in seinem Vortrag auf der pharma-world der expopharm.

Jede einzelne Zelle werde durch eine innere Uhr gesteuert, so Kramer weiter. Nach dem Befall von Zellen durch Erkältungsviren kommt es demnach zu einem wechselseitigen Geschehen: Im Idealfall nimmt die innere Uhr der Wirtszelle Einfluss auf die Virenvermehrung, indem sie deren Hemmung unterstützt; umgekehrt sind die eingedrungenen Viren ihrerseits in der Lage, die innere Uhr der Zelle „zu verstellen“ und so die Hemmung ihrer Vermehrung außer Kraft zu setzen. „Der Zeitpunkt der Ansteckung kann für die Ausprägung der Symptomatik und ihren zeitlichen Verlauf entscheidend sein“, erklärte der Referent. Eine „starke“ innere Uhr könne die Abwehrkräfte stärken. Zudem könnte auch die Behandlung von Erkältungskrankheiten von chronotherapeutischen Ansätzen, wie man sie bei anderen Erkrankungen bereits angewendet werden, profitieren.

2018-10-12T14:48:57+00:00