Wie viele andere Vorgänge folgt auch die Verdauung einer circadianen Rhythmik. So kommt der Dickdarm jeweils nach den Mahlzeiten sowie in Morgenstunden besonders stark in Bewegung. Das gelte auch bei Patienten mit chronischer Obstipation, erläuterte Professor Dr. Stefan Müller-Lissner, Berlin, in seinem Vortrag auf der pharma-world der expopharm. Doch sei die Dickdarm-Motilität im Vergleich zu Gesunden vermindert. In Ruhe zu frühstücken und sich anschließend ausreichend Zeit für den Stuhlgang zu nehmen, sei daher eine gute Empfehlung, die sich den natürlichen Biorhythmus zunutze macht.

Zusätzliche Trinkmengen helfen hingegen nur Patienten mit einem Flüssigkeitsdefizit. Bei gut versorgten Patienten habe diese gängige Empfehlung keinen Effekt auf den Stuhlgang, so Müller-Lissner weiter. Mehr Bewegung – eine weitere häufige Empfehlung – könnte zwar die Verdauung anregen, doch werde dieser Rat nur selten umgesetzt.

Laxanzien unterstützen die Darmentleerung über unterschiedliche Mechanismen. Mitunter müssen Patienten mit chronischer Verstopfung verschiedene Laxanzien versuchen, um das für sie geeignete zu finden. Mit verschiedenen Vorurteilen zu deren Verwendung räumte der Referent auf. Das vollständige Video des Vortrages gibt es hier.