Wiegen, wiegen, mischen, einfüllen, kontrollieren – fertig! Dass die gravimetrische Methode gar nicht so kompliziert ist, wie sie mitunter erscheint, demonstrierten in einem Live-Cooking auf der pharma-world die Apothekerinnen Dr. Julia Potschadel und Dr. Sandra Barisch. Die gravimetrische Methode kommt bei der Herstellung von niedrig dosierten Kapseln zum Einsatz – und nur dort, betonte Sandra Barisch. Für höher dosierte Kapseln und Kapseln, die aus Fertigarzneimitteln hergestellt werden, eignet sie sich nicht.

Oberflächeneffekte spielen dabei eine zentrale Rolle. Wichtig sei, den Kontakt der Wirkstoff-Hilfsstoff-Mischung mit Oberflächen zu reduzieren, erläuterte Julia Potschadel. „Dabei entstehende Anhaftungen bestehen eher aus Wirkstoff als aus Hilfsstoff, da letzterer diesbezüglich praktisch inert ist.“ Auf den Einsatz eines Messzylinders verzichtet man daher. Neben dem Einwaage-Korrekturfaktor und, falls erforderlich, einem Korrekturfaktor bei einer Wirkstoff-Siliciumdioxid-Vorverreibung spielt für die korrekte Dosierung ein spezifischer Wirkstoffzuschlag eine wichtige Rolle. Die Zuschläge für die einzelnen Wirkstoffe erarbeiten derzeit das Zentrallaboratorium Deutscher Apotheker (ZL) und das Neue Rezeptur Formularium (NRF), etliche liegen bereits vor.

Das Live-Cooking zeigte auch, welche kleinen Nachlässigkeiten und Fehler sich zu einer deutlichen Qualitätsminderung addieren können – sogar in einer Messehalle und im direkten Vergleich zur korrekten Durchführung. Das belegte eindrucksvoll die abschließende Qualitätskontrolle mittels eines einfach anzuwendenden NRF-Excel-Tools.

Viele Details zur Herstellung niedrig dosierter Kapseln mit der gravimetrischen Methode gibt es im Video.