Ein breites Spektrum an Beschwerden in Magen oder Darm, aber keine strukturellen oder biochemischen Veränderungen – dies kennzeichnet die funktionelle Dyspepsie (FD) und das Reizdarmsymptom (RDS), berichtete Dr. Mario Wurglics, Frankfurt am Main, in seinem Vortrag auf der pharma-world der expopharm. Bauchschmerzen, Blähungen und Schmerzen sind nur einige der häufigsten Symptome, die oft auch in Kombination auftreten können. Unterscheiden lassen sich beide Erkrankungen durch die Lokalisation der Beschwerden: Bei einer FD treten die Symptome eher oberhalb der Gürtellinie auf, bei einen RDS eher unterhalb davon.

Bei Patienten mit FD stellen Protonenpumpenhemmer (PPI) ein wichtige Therapieoption dar – vor allem Patienten mit Sodbrennen. Bei Patienten ohne Sodbrennen könnte der Einsatz sogar kontraproduktiv sein, führte Wurglics weiter aus. Im direkten Vergleich mit PPI als weniger wirksam haben sich H2-Antagonisten erwiesen. Keine Evidenz gebe es für Antazida. Wichtig für die Beratung: Medikamentöse Therapieoptionen stellen nur eine Säule der Behandlung dar. Die beiden anderen: eine Änderung von Lebensgewohnheiten und eine Verringerung von Stress. So sollten Patienten darauf achten, welche Lebens- und Genussmittel ihre Beschwerden verstärken. Apotheker und PTA sollten außerdem die Warnzeichen für mögliche schwerwiegende Erkrankungen kennen und in solchen Fällen zum Arztbesuch raten.

Die Therapieoptionen in Detail und die Grenzen der Selbstmedikation gibt es im Video des Vortrages.