Dauern Hustensymptome länger als acht Wochen, spricht man von einem chronischen Husten. Häufig – doch nicht immer – lasse sich eine Grunderkrankung wie ein Asthma bronchiale oder eine Allergie feststellen, erläuterte Dr. Peter Kardos, Frankfurt am Main, in seinem Vortrag auf der pharma-world in München.

Die Symptome mancher Patienten besserten sich trotz spezifischer Therapie, etwa des Asthmas oder einer Refluxerkrankung, nicht. Beim refraktären chronischen Husten treten die Beschwerden spontan oder durch spezielle Reize ausgelöst praktisch ausschließlich tagsüber oder beim Schlafengehen auf, nicht jedoch nachts. Als auslösende Reize kommen beispielsweise Parfüm oder Zigarettenrauch infrage, aber auch der Wechsel von kalter zu warmer Luft, etwa beim Betreten der warmen Wohnung im Winter. Frauen sind etwa doppelt so häufig betroffen wie Männer, besonders häufig Frauen ab der Menopause.

Bereits das Lutschen von Bonbons oder Pastillen könne bei manchen Patienten die Symptome bessern, sagte Kardos weiter. Dazu trage auch der enthaltene Zucker bei, der Hustenrezeptoren im Rachenbereich beruhige. Auch bei Antitussiva zeigten Sirupe eine bessere Wirkung als Kapseln oder Tabletten. Off Label würden aber auch erfolgreich Amitriptylin, Gabapentin oder Pregabalin verwendet, die auch bei der Behandlung neuropathischer Schmerzen zum Einsatz kommen. Ansatzpunkt für zukünftige Arzneistoffe gegen refraktären chronischen Husten stellt der P2X3-Rezeptor in den Atemwegen dar, der eine zentrale Rolle bei der Sensibilitätserhöhung spielen.

Viele spannende Details zum chronischen Husten gibt es im Video des Vortrags.