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Alles vernetzt in der Apotheke

Von der Kasse im HV über das Schmelzpunkt-Messgerät im Labor bis hin zur Waage in der Rezeptur: alles miteinander vernetzt. Wie die Herstellung und Dokumentation von Rezepturen zukünftig leichter und schneller ablaufen könnten, erläuterten die Apothekerinnen Christina Herrmann und Susanne Funke, auf der pharma-world der expopharm an einem konkreten Beispiel. Beide arbeiten neben ihrer Tätigkeit für pharma4u in öffentlichen Apotheken.

Bereits beim Einscannen eines Rezeptes würde dann das System merken, wenn eine Rezeptur verordnet ist und unverzüglich mitteilen, ob alle Bestandteile und Packmittel vorrätig und bereits geprüft sind, führte Christina Herrmann. Falls nicht, könnte per Knopfdruck gleich eine Bestellung ausgelöst werden. Auch ob die Plausibilitätsprüfung bereits erfolgt ist, wäre sofort ersichtlich und die Frage des Patienten, wann er sein angefertigtes Arzneimittel abholen könne, ließe sich schnell beantworten. Herstellungs- und Prüfvorschriften wären bereits hinterlegt, und die entsprechenden Protokolle ebenfalls schnell ausgefertigt, denn Daten aus der Warenwirtschaft oder Prüfergebnisse aus dem Labor und der Rezeptur – etwa der gemessene Schmelzpunkt oder Einwaagedaten – würde das System automatisch übernehmen, wenn alle Geräte miteinander kommunizieren. Aus der Herstellungsvorschrift erfährt das Rührsystem, mit welcher Geschwindigkeit und wie lange die Salbe gerührt werden muss.

Zukunftsmusik? „Manches ja“, so die Referentinnen, doch manches gehe auch heute bereits.

Alles vernetzt in der Apotheke 2018-02-20T09:35:05+00:00

pharma-world: Umgang mit der Dronabinol-Rezeptur

Beim Arbeiten mit Dronabinol sollte man dessen wichtigste physikochemische Eigenschaften kennen, sagte Apotheker Dr. Christian Ude in seinem Vortrag auf der pharma-world. Die Rezeptursubstanz, die dem wirksamkeitsbestimmenden Cannabis-Inhaltsstoff (-)-trans-Δ9Tetrahydrocannabinol (THC) entspricht, erlaubt die Herstellung von öligen Tropfen und Kapseln mit definierter THC-Menge. Die problematische Verwendung von Blüten hatte Professor Dr. Theo Dingermann in seinem Vortrag am Mittwoch erläutert.

Dronabinol ist eine hellgelbe, bei Raumtemperatur ölige bis harzige Masse. Es ist löslich in Ethanol und fetten Ölen, nicht aber in Wasser. Die empfindliche Substanz muss dicht verschlossen, gegebenenfalls unter Inertgas, vor Licht geschützt und bei Raumtemperatur gelagert werden. Drei wichtige Punkte beim Arbeiten: Dronabinol wird leicht durch Luftsauerstoff oxidiert, daher muss man schnell arbeiten. Es ist temperaturempfindlich, daher muss man den erforderlichen Fön mit Vorsicht einsetzen. Bei Verwendung eines Wasserbades muss man vermeiden, dass Wasser in die Zubereitung gerät.

Auch den Patienten sollte man einige wichtige Hinweise im Umgang mit ihrem Arzneimittel mitgeben, riet Ude weiter. So dürften sie ihre Tropfen nicht mit Wasser verdünnt einnehmen, da die in Wasser unlösliche Substanz als Film im Glas zurückbleiben könnte und es so zu einer Unterdosierung kommen kann. Die Einnahme sollte „standardisiert“ – also unter immer gleichen Bedingungen – erfolgen, im Idealfall vor dem Essen. Die Tropfen dürfen außerdem nicht im Kühlschrank aufbewahrt werden.

pharma-world: Umgang mit der Dronabinol-Rezeptur 2018-02-20T09:34:55+00:00

Ausgangsstoffe: Ausnahmen von der Arzneibuchqualität

Gar nicht so selten: Ein Kosmetikum soll für eine arzneiliche Anwendung weiterverarbeitet werden, oder ein Wirkstoff für eine Rezeptur ist weit und breit nicht in Arzneibuchqualität erhältlich. Wie dann zu verfahren ist, erläuterte PTA und Caelo-Rezepturtrainerin Ingrid Tieke in ihrem Vortrag auf der pharma-world der expopharm in Düsseldorf.

Liegen Ausgangsstoffe nicht in pharmazeutischer Qualität vor, solle man  – etwa im Falle eines Kosmetikums als Ausgangsprodukten – bei dessen Hersteller ein Zertifikat erfragen, um Kenntnis über die Qualität der darin enthalten Bestandteile zu erhalten, riet Tieke. Sind Ausgangssubstanzen nicht in Arzneibuchqualität erhältlich, sei eine Risiko-Beurteilung erforderlich. Dabei gilt es abzuwägen, ob trotz fehlender pharmazeutischer Qualität des Ausgangsstoffes eine Herstellung erfolgen soll oder ob es möglicherweise Alternativen zu der verordneten Therapie oder Zusammensetzung gibt. Dabei könne man die Rezepturhinweise des Neuen Rezeptur Formulariums (NRF) hinzuziehen.

Aber auch bei vorliegendem Prüfzertifikat gelte es, nicht nur die Identität der Ausgangsstoffe zu prüfen, sondern auch das Zertifikat selbst, betonte Tieke. Dabei ist vor allem auf vollständige Übereinstimmung der Angaben mit den Anforderungen des Arzneibuches zu achten.

Ausgangsstoffe: Ausnahmen von der Arzneibuchqualität 2018-02-07T12:11:45+00:00

Die klare Nummer 1 in Europa: Werden Sie Aussteller auf der expopharm

Die Planungen für die expopharm vom 10. – 13. Oktober 2018 in München laufen auf Hochtouren. Es liegen bereits zahlreiche Anmeldungen von Ausstellern vor. Die wichtigsten Unternehmen aus allen Bereichen der Apothekenwelt im In- und Ausland haben gebucht, seien auch Sie dabei und melden Sie sich gleich hier an.

Mit unseren Komplettstandangeboten wird der Einzug auf der expopharm ganz komfortabel. Die bezugsfertige Ausstattung sorgt dafür, dass Sie nur noch buchen und einziehen müssen.

Wir freuen uns darauf, Sie als Aussteller der wichtigsten pharmazeutischen Messe vor Ort zu begrüßen.

Die klare Nummer 1 in Europa: Werden Sie Aussteller auf der expopharm 2018-02-07T12:12:24+00:00

Kopfschmerzen: „Gut hilft, wer schnell hilft“ (Video)

Eine schnellere schmerzstillende Wirkung im Vergleich zu Standard-Formulierungen lässt sich nicht nur durch die Verwendung schneller löslicher Formulierungen erreichen, sondern auch durch die Wahl der Kombinationspartner des analgetischen Wirkstoffs. Die Hintergründe erläuterte Professor Dr. Thomas Herdegen, Universitätsklinikum Schleswig-Holstein in Kiel, auf der pharma-world in Düsseldorf anhand zahlreicher Studien. Ein schnelles Erreichen maximaler Plasmaspiegel korreliere dabei nur mäßig mit der Wirksamkeit. „Eine Tablette mit Ibuprofen-Lysinat, die rund dreimal schneller wirkt, ist nicht dreimal so stark wirksam.“

Durch das Koanalgetikum Coffein als Kombinationspartner in Analgetika könne sowohl eine schnellere als auch eine stärkere Wirkung erreicht werden, so der Referent weiter. Für die Kombination Ibuprofen plus Coffein wurde zudem gezeigt, dass diese den Ceiling-Effekt durchbrechen konnte.

Darüber hinaus spielten jedoch auch Einflussfaktoren seitens des Patienten eine Rolle, sagte Herdegen weiter. So sollten Patienten schnell wirksame Analgetika-Formulierungen möglichst nüchtern einnehmen, da eine vorherige Nahrungsaufnahme nicht nur die Resorption verzögern, sondern auch die Höhe der maximalen Plasmakonzentration vermindern kann. Dies führt auch zu einer geringen Wirkung.

Kopfschmerzen: „Gut hilft, wer schnell hilft“ (Video) 2018-02-07T12:12:43+00:00

Rezeptur-Kennzeichnung: Der Teufel steckt im Detail

Wirkstoffe sind bei Rezeptur-Arzneimitteln in deutscher Sprache und ohne Verwendung von Abkürzungen anzugeben. Das regelt §14 der Apothekenbetriebsordnung. Abkürzungen könnten mitunter zu zweideutigen Angaben führen, erläuterte Apothekerin Dr. Stefanie Melhorn vom DAC/NRF in ihrem Vortrag auf der pharma-world der expopharm in Düsseldorf. „Beispielsweise kann aus der lateinischen Abkürzung Acid. salicyl. beim Patienten, aber auch bei der Wiederverordnung in der Arztpraxis oder bei der Herstellung in der Apotheke leicht „Acetylsalicylsäure“ werden.“

Keinen Spielraum haben Apotheker und PTA bei der Angabe der Aufbrauchsfrist. Hier schreibt die Apothekenbetriebsordnung die Formulierung „verwendbar bis“ mit Angabe des Verfalldatums vor. Andere Formulierungen seien nicht zulässig, betonte Melhorn.

Nicht mehr erforderlich ist hingegen das Aufbringen des Gefahrstoffkennzeichens. Dieses habe sich als Anwendungshemmnis für manche Patienten herausgestellt, so die Referentin. Entsprechende schriftliche Hinweise könne man aber bei den Anwendungshinweisen unterbringen.

Alle Details zur korrekten Kennzeichnung von Rezepturen und Defekturen in der Apotheke gibt es im Video des Vortrages.

Rezeptur-Kennzeichnung: Der Teufel steckt im Detail 2017-12-04T16:58:31+00:00

Rezeptur live auf der pharma-world

Gängige Inkompatibilitäten nicht nur mit Worten beschreiben, sondern auch plastisch zeigen, das gelang den Rezeptur-Experten Dr. Jan Olgemöller und Iris Cutt in ihrer Präsentation auf der pharma-world-Bühne der expopharm. Reibschale und Rezepturwaage, Rührgerät und Ausstreichplatte und vieles mehr hatten sie dazu im Gepäck. Unter anderem Inkompatibilitäten durch Ionenpaarbindungen, Nebenvalenz-Wechselwirkungen und den Einfluss des pH-Wertes standen auf dem Programm.

Gelbe Ausflockungen bildeten sich, als Olgemöller Ethacridinlactat mit Anionischer Hydrophiler Creme als Grundlage mischte – zunächst kleine „Grisel“, bald danach größere Zusammenlagerungen. „Dabei handelt es sich nicht um ungelöstes Ethacridinlactat“, erläuterte er. Dieses löse sich in der wasserhaltigen Grundlage sehr gut. Der kationische Wirkstoff Ethycridin reagiere hingegen mit dem anionischen Emulgator Cetylstearylalkohol und löse diesen aus den Mizellen; die Creme bricht.

Mit Nichtionischer Hydrophiler Creme entstand hingegen eine einwandfreie homogene Zubereitung, denn diese enthält einen „macrogoligen“ Emulgator, ein Polythylenglykol. Diese Grundlage eigne sich für Ethacridin sehr gut, reagiere hingegen nachteilig mit phenolischen Substanzen wie Hydrochinon, erläuterte Cutt. Sie riet zu einem Blick die Tabellen für die Rezeptur, in denen viele Stoffe charakterisiert sind. Von den chemischen Eigenschaften könne man häufig noch vor dem Anfertigen der Rezeptur auf mögliche Inkompatibilitäten schließen, so Cutt.

Weitere Inkompatibilitäten gibt es im Video der Präsentation.

Rezeptur live auf der pharma-world 2017-11-09T15:27:28+00:00

Ausstellerstimmen expopharm 2017

Dr. Christian Ciesielski, Geschäftsführender Gesellschafter WEPA Apothekenbedarf GmbH & Co. KG: „Die expopharm war für uns wieder ein großer Erfolg – im Vergleich zu den Vorjahren durften wir in 2017 sogar mehr Standbesucher bei uns begrüßen. Für uns als WEPA bietet die expopharm eine einzigartige Möglichkeit, unseren Kunden aus den Apotheken die Vielfalt der WEPA-Welt live zu präsentieren. Vor allem der Rezepturrundgang bietet den interessierten Kunden die Möglichkeit, quasi im Schnelldurchlauf die Highlights im Bereich Labor & Rezeptur kennen zu lernen. Insbesondere zu unserer neuen Laborsoftware apotec LabXpert und dem neuen Rühr- und Mischsystem topitec Expert konnten wir hier im Nachgang viele Teilnehmer des Rundgangs bei uns für weiterführende Gespräche begrüßen. Auch die Messe-Organisation war wie immer perfekt. Ganz sicher werden wir auch in 2018 wieder die expopharm nutzen, um die WEPA zu präsentieren.“

 

Dr. Ralf Grobecker, Geschäftsführer STADA GmbH: „Für die STADA, als eines der führenden OTC-Unternehmen in Deutschland, hat die Teilnahme an der expopharm eine hohe Bedeutung zur Stärkung der partnerschaftlichen Zusammenarbeit mit unseren Kunden und Dienstleistern. Neben zahlreichen Serviceangeboten und Neuheiten rund um unsere starken Marken, wie Grippostad C®, Ladival® und Hoggar Night®, konnten wir den zahlreichen Standbesuchern auch unsere innovativen und bereits sehr erfolgreichen Neuprodukte ViruProtect® und Hedrin® präsentieren. Ein wesentliches Element für unseren Messeauftritt neben einer starken werblichen und vertrieblichen Unterstützung der Marken ist eine Schulungsoffensive zum Ausbau der Beratungskompetenz am HV. Dazu gehören neben Präsenzveranstaltungen vor Ort auch innovative Ansätze, die wir in Zusammenarbeit mit unseren Partnern wie z.B. Apothekia und Marpinion zukünftig zur Verfügung stellen werden.“

 

Dr. Detlef Graessner, Geschäftsführender Gesellschafter PHARMATECHNIK GmbH & Co. KG: „Wir konnten die Messetage hervorragend nutzen um unser bislang einzigartiges und zukunftsweisendes Apothekenmanagementsystem IXOS zu präsentieren. Insbesondere das Softwaresystem RX 4.0 der autonomen Warenwirtschaft, das mit Hilfe künstlicher Intelligenz selbständig das Apothekensortiment steuert, wurde von unseren Standbesuchern  begeistert aufgenommen. Wir nutzen die expopharm seit Jahren um unsere Innovationsführerschaft bei digitalen zukunftsweisenden Lösungen für Apotheken-Entscheider zu untermauern. Auch in 2018 werden wir uns in München wieder mit neuen Innovationen präsentieren, die die Arbeit der Apotheker vereinfachen.“

 

Andreas Bais, Leiter Marketing und Vertrieb OTC AbZ-Pharma GmbH: „Die expopharm ist für uns die optimale Plattform für die Neuerweckung der Marke AbZ. Neben unseren Produktpräsentationen hat der pinkfarbene Messeauftritt von AbZ-Pharma die Zielgruppe der PTA sofort erreicht. Unser Stand war mehr als gut besucht. Vor allem die Begeisterung der BesucherInnen für unsere neuentwickelte App „Der PTA Assistent“ war riesig. Selbstverständlich sind wir auf der expopharm 2018 in München gerne wieder dabei.“

 

Daniel Gollmann, CEO Gollmann Kommissioniersysteme GmbH: „Wir sind mit der exopharm 2017 erneut zufrieden. Die Anzahl der Besucher ist gut, die Qualität der Gespräche hoch. Wir haben einen zentralen und guten Standplatz in direkter Nähe zu unseren Partnern, was sich durchaus positiv auf den Messeverlauf auswirkt. Auch die Messeorganisation war professionell. Definitiv werden wir an der expopharm 2018 in München teilnehmen. Die expopharm ist und bleibt für uns die beste Möglichkeit der direkten Kundenansprache, nicht nur auf nationaler, sondern auch auf internationaler Ebene.“

 

Alexandra Rabeler, Sales Manager Professionals TePe D-A-CH GmbH: „Die expopharm bot uns die ideale Gelegenheit, uns persönlich mit Apothekern auszutauschen und individuell auf Fragen und Bedürfnisse einzugehen. An unserem Stand haben wir unter anderem unsere aktuelle Kampagne „Mut zur Lücke – Gut zur Lücke“ mit Jürgen Vogel vorgestellt, mit der wir das Ziel verfolgen, über die Notwenigkeit der interdentalen Reinigung aufzuklären – ganz nach dem Motto: Wer gesunde Zähne hat, hat gut lachen. Damit haben wir die expopharm Besucher an unseren Stand gelockt und uns sehr über ihr positives Feedback gefreut.“

 

Nils Lindner, Leiter Marketing, HiperScan GmbH: „Auf der expopharm hier in Düsseldorf konnten wir unser Apo-Ident Nahinfrarot-Spektrometer zur schnellen Ausgangsstoffprüfung für Apotheken zahlreichen Fachbesuchern aus Apotheke und Industrie vorführen. In den vier Messetagen haben wir viele qualitativ hervorragende Gespräche geführt und blicken auf einen sehr guten geschäftlichen Erfolg zurück. In 2017 war ein besonderes Highlight der neu angebotene Rezeptur-Rundgang, welcher ein hohes Interesse an unserem Apo-Ident Gerät und der NIR-Rezepturausgangsstoffprüfung zeigte und die von den Standbesuchern sehr stark angenommene #Rezepturspruch Fotoaktion an unserem Messestand. Für die HiperScan GmbH ist die expopharm ein Pflichttermin.“

Die Ausstellerstimmen der expopharm 2017 können Sie auch hier runterladen.

Ausstellerstimmen expopharm 2017 2017-09-16T17:02:18+00:00

Starke Signale einer innovativen Branche

expopharm 2017 endet in Düsseldorf

Eschborn/Düsseldorf (16. September 2017) Vier Tage lang bot das Düsseldorfer Messegelände Raum für den zentralen Branchentreff des deutschen Apothekenmarktes. Mit mehr als 500 Ausstellern und knapp 27.000 FachbesucherInnen unterstrich die heute zu Ende gegangene expopharm 2017 einmal mehr ihre Rolle als Europas größte und wichtigste pharmazeutische Fachmesse. Zu den Schwerpunkten der Ausstellerangebote zählte wie bei den Debatten auf dem parallel veranstalteten Deutschen Apothekertag der politisch gewollte Ausbau der Digitalisierung des Gesundheitssystems.

„Mit ihren zahlreich vorgestellten innovativen Lösungen aus diesem Segment unterstrichen die Aussteller nicht nur die Rolle der inhabergeführten und wohnortnahen Apotheken als Innovationstreiber auch in diesem Zukunftsfeld. Die expopharm hat gezeigt: Digitale Services und persönliche Beratung vor Ort sind keine Gegensatzpaare. Sie bieten wertvolle Synergieeffekte zum Nutzen der Patienten und Verbraucher“, erklärte Metin Ergül, Geschäftsführer der Avoxa-Mediengruppe Deutscher Apotheker GmbH, die die expopharm im Auftrag der deutschen Apothekerschaft ausrichtet.

Services wie der Medikationsplan waren auch Themen der Vorträge und Diskussionsveranstaltungen auf der durchweg sehr gut frequentierten expopharm pharma-world. Daneben standen Selbstmedikationsindikationen und Rezepturen sowie das hochaktuelle Thema Cannabis auf dem von den beiden Frankfurter Professoren Theodor Dingermann und Manfred Schubert-Zsilavecz kuratierten wissenschaftlichen Programm. Hochkarätige und unabhängige Referenten sorgten hier stets für voll besetzte Reihen. Umrahmt wurde der Vortragsbereich durch die beteiligten pharmazeutischen Unternehmen, die auf 28 Ausstellungsflächen ihre Marken in den vorgestellten Indikationen präsentierten.

Am Samstag war das pharma-world Programm mit ausgewählten Themen und besonders beratungsorientierten Vorträgen auch und besonders auf PTA ausgerichtet. Die positive Resonanz der Besucher zeigte, dass die für Messen so wichtige Verknüpfung aus Produktinformation und Wissenstransfer von den Apothekerinnen und Apothekern geschätzt und angenommen wird.

In ersten Umfragen bewerteten auch die Aussteller die expopharm 2017 als wichtigste und erfolgreichste Veranstaltung des Branchenjahres. Viele von ihnen entschieden sich schon in Düsseldorf, im nächsten Jahr auch in München wieder dabei zu sein. Dort findet vom 10. bis 13. Oktober die expopharm 2018 statt. Der Apothekenmarkt trifft sich dann an der Isar.

Die Pressemitteilung können Sie auch hier downloaden.

Starke Signale einer innovativen Branche 2017-12-04T16:59:15+00:00

pharma-world: Das erste Cannabis-Rezept

Was muss auf einem korrekt ausgefüllten Rezept über Cannabis stehen? Was muss man bei der Handhabung von Cannabis-Blüten beachten? Und welche Hinweise benötigt der Patient, der ja möglicherweise ebenfalls sein erstes Cannabis-Rezept in Händen hält? Antworten auf diese Fragen gab es im Vortrag von Apotheker Dr. Christian Ude auf der pharma-world.

Die Angabe „Cannabis“ auf dem Rezept, das ein Betäubungsmittel(BtM)-Rezept sein muss, reicht nicht. Der Arzt muss die Sorte der Blüten oder den Gehalt an Tetrahydrocannabinol (THC) und Cannabidiol (CBD) genau angeben. Daneben gelten die Bestimmungen des BtM-Gesetzes, wie etwa Höchstmengen oder Gebrauchsanweisung. Bei einer Erstverordnung für einen Patienten zu Lasten der gesetzlichen Krankenversicherung muss außerdem zuvor durch den Arzt – ggf. gemeinsam mit dem Patienten – eine Genehmigung der Kostenübernahme eingeholt werden. Eine Prüfpflicht durch die Apotheke besteht nicht. Diese Genehmigung muss vor Therapiebeginn vorliegen, betonte Ude.

Es besteht der Verdacht, dass Cannabis-Inhaltsstoffe wärmeempfindlich sein könnten. Daher sollten die Blüten beim Patienten im Kühlschrank aufbewahrt werden. In der Apotheke ist dies laut aktueller DAB-Monografie aufgrund der kurzen Verweildauer in der Apotheke nicht notwendig. Wichtig ist, dass THC- und CBD-Gehalt auf der Packung angegeben werden. Alle weiteren Schritte entsprechen denen von anderen Teedrogen, wie beispielsweise Prüfung auf Identität und Abfüllung für einen Patienten.

Wie der Patient die Cannabis-Blüten anwenden soll, legt der Arzt fest. Wissenschaftlich gesehen, stellt der Einsatz von Cannabis-Blüten einen Rückschritt dar, sagte der Referent. Ein „Joint“ oder auch Kekse sind keine vorgesehenen Darreichungsformen. Bei Letzteren kann beispielsweise die Gleichförmigkeit des Gehalts nicht gewährleistet werden. Wenn Blüten eingesetzt werden soll, was für eine kleine bestimmte Patientengruppe trotz des beschriebenen „Rückschritts“ sinnvoll sein kann, dienen professionelle Verdampfer der Applikation; auch eine Tee-Zubereitung ist im NRF beschrieben. Hierbei kommt es auf eine ausreichende Beratung zur Herstellung des Tees an.

 

pharma-world: Das erste Cannabis-Rezept 2017-12-18T14:29:22+00:00