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Rezeptur-Kennzeichnung: Der Teufel steckt im Detail

Wirkstoffe sind bei Rezeptur-Arzneimitteln in deutscher Sprache und ohne Verwendung von Abkürzungen anzugeben. Das regelt §14 der Apothekenbetriebsordnung. Abkürzungen könnten mitunter zu zweideutigen Angaben führen, erläuterte Apothekerin Dr. Stefanie Melhorn vom DAC/NRF in ihrem Vortrag auf der pharma-world der expopharm in Düsseldorf. „Beispielsweise kann aus der lateinischen Abkürzung Acid. salicyl. beim Patienten, aber auch bei der Wiederverordnung in der Arztpraxis oder bei der Herstellung in der Apotheke leicht „Acetylsalicylsäure“ werden.“

Keinen Spielraum haben Apotheker und PTA bei der Angabe der Aufbrauchsfrist. Hier schreibt die Apothekenbetriebsordnung die Formulierung „verwendbar bis“ mit Angabe des Verfalldatums vor. Andere Formulierungen seien nicht zulässig, betonte Melhorn.

Nicht mehr erforderlich ist hingegen das Aufbringen des Gefahrstoffkennzeichens. Dieses habe sich als Anwendungshemmnis für manche Patienten herausgestellt, so die Referentin. Entsprechende schriftliche Hinweise könne man aber bei den Anwendungshinweisen unterbringen.

Alle Details zur korrekten Kennzeichnung von Rezepturen und Defekturen in der Apotheke gibt es im Video des Vortrages.

Rezeptur-Kennzeichnung: Der Teufel steckt im Detail 2017-11-09T15:27:25+00:00

Rezeptur live auf der pharma-world

Gängige Inkompatibilitäten nicht nur mit Worten beschreiben, sondern auch plastisch zeigen, das gelang den Rezeptur-Experten Dr. Jan Olgemöller und Iris Cutt in ihrer Präsentation auf der pharma-world-Bühne der expopharm. Reibschale und Rezepturwaage, Rührgerät und Ausstreichplatte und vieles mehr hatten sie dazu im Gepäck. Unter anderem Inkompatibilitäten durch Ionenpaarbindungen, Nebenvalenz-Wechselwirkungen und den Einfluss des pH-Wertes standen auf dem Programm.

Gelbe Ausflockungen bildeten sich, als Olgemöller Ethacridinlactat mit Anionischer Hydrophiler Creme als Grundlage mischte – zunächst kleine „Grisel“, bald danach größere Zusammenlagerungen. „Dabei handelt es sich nicht um ungelöstes Ethacridinlactat“, erläuterte er. Dieses löse sich in der wasserhaltigen Grundlage sehr gut. Der kationische Wirkstoff Ethycridin reagiere hingegen mit dem anionischen Emulgator Cetylstearylalkohol und löse diesen aus den Mizellen; die Creme bricht.

Mit Nichtionischer Hydrophiler Creme entstand hingegen eine einwandfreie homogene Zubereitung, denn diese enthält einen „macrogoligen“ Emulgator, ein Polythylenglykol. Diese Grundlage eigne sich für Ethacridin sehr gut, reagiere hingegen nachteilig mit phenolischen Substanzen wie Hydrochinon, erläuterte Cutt. Sie riet zu einem Blick die Tabellen für die Rezeptur, in denen viele Stoffe charakterisiert sind. Von den chemischen Eigenschaften könne man häufig noch vor dem Anfertigen der Rezeptur auf mögliche Inkompatibilitäten schließen, so Cutt.

Weitere Inkompatibilitäten gibt es im Video der Präsentation.

Rezeptur live auf der pharma-world 2017-11-09T15:27:28+00:00

Ausstellerstimmen expopharm 2017

Dr. Christian Ciesielski, Geschäftsführender Gesellschafter WEPA Apothekenbedarf GmbH & Co. KG: „Die expopharm war für uns wieder ein großer Erfolg – im Vergleich zu den Vorjahren durften wir in 2017 sogar mehr Standbesucher bei uns begrüßen. Für uns als WEPA bietet die expopharm eine einzigartige Möglichkeit, unseren Kunden aus den Apotheken die Vielfalt der WEPA-Welt live zu präsentieren. Vor allem der Rezepturrundgang bietet den interessierten Kunden die Möglichkeit, quasi im Schnelldurchlauf die Highlights im Bereich Labor & Rezeptur kennen zu lernen. Insbesondere zu unserer neuen Laborsoftware apotec LabXpert und dem neuen Rühr- und Mischsystem topitec Expert konnten wir hier im Nachgang viele Teilnehmer des Rundgangs bei uns für weiterführende Gespräche begrüßen. Auch die Messe-Organisation war wie immer perfekt. Ganz sicher werden wir auch in 2018 wieder die expopharm nutzen, um die WEPA zu präsentieren.“

 

Dr. Ralf Grobecker, Geschäftsführer STADA GmbH: „Für die STADA, als eines der führenden OTC-Unternehmen in Deutschland, hat die Teilnahme an der expopharm eine hohe Bedeutung zur Stärkung der partnerschaftlichen Zusammenarbeit mit unseren Kunden und Dienstleistern. Neben zahlreichen Serviceangeboten und Neuheiten rund um unsere starken Marken, wie Grippostad C®, Ladival® und Hoggar Night®, konnten wir den zahlreichen Standbesuchern auch unsere innovativen und bereits sehr erfolgreichen Neuprodukte ViruProtect® und Hedrin® präsentieren. Ein wesentliches Element für unseren Messeauftritt neben einer starken werblichen und vertrieblichen Unterstützung der Marken ist eine Schulungsoffensive zum Ausbau der Beratungskompetenz am HV. Dazu gehören neben Präsenzveranstaltungen vor Ort auch innovative Ansätze, die wir in Zusammenarbeit mit unseren Partnern wie z.B. Apothekia und Marpinion zukünftig zur Verfügung stellen werden.“

 

Dr. Detlef Graessner, Geschäftsführender Gesellschafter PHARMATECHNIK GmbH & Co. KG: „Wir konnten die Messetage hervorragend nutzen um unser bislang einzigartiges und zukunftsweisendes Apothekenmanagementsystem IXOS zu präsentieren. Insbesondere das Softwaresystem RX 4.0 der autonomen Warenwirtschaft, das mit Hilfe künstlicher Intelligenz selbständig das Apothekensortiment steuert, wurde von unseren Standbesuchern  begeistert aufgenommen. Wir nutzen die expopharm seit Jahren um unsere Innovationsführerschaft bei digitalen zukunftsweisenden Lösungen für Apotheken-Entscheider zu untermauern. Auch in 2018 werden wir uns in München wieder mit neuen Innovationen präsentieren, die die Arbeit der Apotheker vereinfachen.“

 

Andreas Bais, Leiter Marketing und Vertrieb OTC AbZ-Pharma GmbH: „Die expopharm ist für uns die optimale Plattform für die Neuerweckung der Marke AbZ. Neben unseren Produktpräsentationen hat der pinkfarbene Messeauftritt von AbZ-Pharma die Zielgruppe der PTA sofort erreicht. Unser Stand war mehr als gut besucht. Vor allem die Begeisterung der BesucherInnen für unsere neuentwickelte App „Der PTA Assistent“ war riesig. Selbstverständlich sind wir auf der expopharm 2018 in München gerne wieder dabei.“

 

Daniel Gollmann, CEO Gollmann Kommissioniersysteme GmbH: „Wir sind mit der exopharm 2017 erneut zufrieden. Die Anzahl der Besucher ist gut, die Qualität der Gespräche hoch. Wir haben einen zentralen und guten Standplatz in direkter Nähe zu unseren Partnern, was sich durchaus positiv auf den Messeverlauf auswirkt. Auch die Messeorganisation war professionell. Definitiv werden wir an der expopharm 2018 in München teilnehmen. Die expopharm ist und bleibt für uns die beste Möglichkeit der direkten Kundenansprache, nicht nur auf nationaler, sondern auch auf internationaler Ebene.“

 

Alexandra Rabeler, Sales Manager Professionals TePe D-A-CH GmbH: „Die expopharm bot uns die ideale Gelegenheit, uns persönlich mit Apothekern auszutauschen und individuell auf Fragen und Bedürfnisse einzugehen. An unserem Stand haben wir unter anderem unsere aktuelle Kampagne „Mut zur Lücke – Gut zur Lücke“ mit Jürgen Vogel vorgestellt, mit der wir das Ziel verfolgen, über die Notwenigkeit der interdentalen Reinigung aufzuklären – ganz nach dem Motto: Wer gesunde Zähne hat, hat gut lachen. Damit haben wir die expopharm Besucher an unseren Stand gelockt und uns sehr über ihr positives Feedback gefreut.“

 

Nils Lindner, Leiter Marketing, HiperScan GmbH: „Auf der expopharm hier in Düsseldorf konnten wir unser Apo-Ident Nahinfrarot-Spektrometer zur schnellen Ausgangsstoffprüfung für Apotheken zahlreichen Fachbesuchern aus Apotheke und Industrie vorführen. In den vier Messetagen haben wir viele qualitativ hervorragende Gespräche geführt und blicken auf einen sehr guten geschäftlichen Erfolg zurück. In 2017 war ein besonderes Highlight der neu angebotene Rezeptur-Rundgang, welcher ein hohes Interesse an unserem Apo-Ident Gerät und der NIR-Rezepturausgangsstoffprüfung zeigte und die von den Standbesuchern sehr stark angenommene #Rezepturspruch Fotoaktion an unserem Messestand. Für die HiperScan GmbH ist die expopharm ein Pflichttermin.“

Die Ausstellerstimmen der expopharm 2017 können Sie auch hier runterladen.

Ausstellerstimmen expopharm 2017 2017-09-16T17:02:18+00:00

Starke Signale einer innovativen Branche

expopharm 2017 endet in Düsseldorf

Eschborn/Düsseldorf (16. September 2017) Vier Tage lang bot das Düsseldorfer Messegelände Raum für den zentralen Branchentreff des deutschen Apothekenmarktes. Mit mehr als 500 Ausstellern und knapp 27.000 FachbesucherInnen unterstrich die heute zu Ende gegangene expopharm 2017 einmal mehr ihre Rolle als Europas größte und wichtigste pharmazeutische Fachmesse. Zu den Schwerpunkten der Ausstellerangebote zählte wie bei den Debatten auf dem parallel veranstalteten Deutschen Apothekertag der politisch gewollte Ausbau der Digitalisierung des Gesundheitssystems.

„Mit ihren zahlreich vorgestellten innovativen Lösungen aus diesem Segment unterstrichen die Aussteller nicht nur die Rolle der inhabergeführten und wohnortnahen Apotheken als Innovationstreiber auch in diesem Zukunftsfeld. Die expopharm hat gezeigt: Digitale Services und persönliche Beratung vor Ort sind keine Gegensatzpaare. Sie bieten wertvolle Synergieeffekte zum Nutzen der Patienten und Verbraucher“, erklärte Metin Ergül, Geschäftsführer der Avoxa-Mediengruppe Deutscher Apotheker GmbH, die die expopharm im Auftrag der deutschen Apothekerschaft ausrichtet.

Services wie der Medikationsplan waren auch Themen der Vorträge und Diskussionsveranstaltungen auf der durchweg sehr gut frequentierten expopharm pharma-world. Daneben standen Selbstmedikationsindikationen und Rezepturen sowie das hochaktuelle Thema Cannabis auf dem von den beiden Frankfurter Professoren Theodor Dingermann und Manfred Schubert-Zsilavecz kuratierten wissenschaftlichen Programm. Hochkarätige und unabhängige Referenten sorgten hier stets für voll besetzte Reihen. Umrahmt wurde der Vortragsbereich durch die beteiligten pharmazeutischen Unternehmen, die auf 28 Ausstellungsflächen ihre Marken in den vorgestellten Indikationen präsentierten.

Am Samstag war das pharma-world Programm mit ausgewählten Themen und besonders beratungsorientierten Vorträgen auch und besonders auf PTA ausgerichtet. Die positive Resonanz der Besucher zeigte, dass die für Messen so wichtige Verknüpfung aus Produktinformation und Wissenstransfer von den Apothekerinnen und Apothekern geschätzt und angenommen wird.

In ersten Umfragen bewerteten auch die Aussteller die expopharm 2017 als wichtigste und erfolgreichste Veranstaltung des Branchenjahres. Viele von ihnen entschieden sich schon in Düsseldorf, im nächsten Jahr auch in München wieder dabei zu sein. Dort findet vom 10. bis 13. Oktober die expopharm 2018 statt. Der Apothekenmarkt trifft sich dann an der Isar.

Die Pressemitteilung können Sie auch hier downloaden.

Starke Signale einer innovativen Branche 2017-09-16T16:48:04+00:00

pharma-world: Das erste Cannabis-Rezept

Was muss auf einem korrekt ausgefüllten Rezept über Cannabis stehen? Was muss man bei der Handhabung von Cannabis-Blüten beachten? Und welche Hinweise benötigt der Patient, der ja möglicherweise ebenfalls sein erstes Cannabis-Rezept in Händen hält? Antworten auf diese Fragen gab es im Vortrag von Apotheker Dr. Christian Ude auf der pharma-world.

Die Angabe „Cannabis“ auf dem Rezept, das ein Betäubungsmittel(BtM)-Rezept sein muss, reicht nicht. Der Arzt muss die Sorte der Blüten oder den Gehalt an Tetrahydrocannabinol (THC) und Cannabidiol (CBD) genau angeben. Daneben gelten die Bestimmungen des BtM-Gesetzes, wie etwa Höchstmengen oder Gebrauchsanweisung. Bei einer Erstverordnung für einen Patienten zu Lasten der gesetzlichen Krankenversicherung muss außerdem zuvor durch den Arzt – ggf. gemeinsam mit dem Patienten – eine Genehmigung der Kostenübernahme eingeholt werden. Eine Prüfpflicht durch die Apotheke besteht nicht. Diese Genehmigung muss vor Therapiebeginn vorliegen, betonte Ude.

Es besteht der Verdacht, dass Cannabis-Inhaltsstoffe wärmeempfindlich sein könnten. Daher sollten die Blüten beim Patienten im Kühlschrank aufbewahrt werden. In der Apotheke ist dies laut aktueller DAB-Monografie aufgrund der kurzen Verweildauer in der Apotheke nicht notwendig. Wichtig ist, dass THC- und CBD-Gehalt auf der Packung angegeben werden. Alle weiteren Schritte entsprechen denen von anderen Teedrogen, wie beispielsweise Prüfung auf Identität und Abfüllung für einen Patienten.

Wie der Patient die Cannabis-Blüten anwenden soll, legt der Arzt fest. Wissenschaftlich gesehen, stellt der Einsatz von Cannabis-Blüten einen Rückschritt dar, sagte der Referent. Ein „Joint“ oder auch Kekse sind keine vorgesehenen Darreichungsformen. Bei Letzteren kann beispielsweise die Gleichförmigkeit des Gehalts nicht gewährleistet werden. Wenn Blüten eingesetzt werden soll, was für eine kleine bestimmte Patientengruppe trotz des beschriebenen „Rückschritts“ sinnvoll sein kann, dienen professionelle Verdampfer der Applikation; auch eine Tee-Zubereitung ist im NRF beschrieben. Hierbei kommt es auf eine ausreichende Beratung zur Herstellung des Tees an.

 

pharma-world: Das erste Cannabis-Rezept 2017-09-16T18:12:51+00:00

pharma-world: Evidenzbasierte Beratung bei Erkältungskrankheiten

Eine akute virale Rhinosinusitis kann im Rahmen der Selbstmedikation behandelt werden, wenn die Symptome nicht länger als seit fünf Tagen anhalten. Als Therapieoptionen nennt die europäische Leitlinie Analgetika, Nasenspülungen mit Kochsalzlösung, Dekongestiva und ausgewählte pflanzliche Arzneimittel, erläuterte Professor Dr. Manfred Schubert-Zsilavecz in seinem Vortrag auf der pharma-world.

Bei den pflanzlichen Arzneimitteln gebe es Belege für die Wirksamkeit und entsprechende Bewertungen für Cineol beziehungsweise Myrtol und für Pelargonium-Extrakte. Zu beachten ist jedoch, dass Studienergebnisse stets nur für den Extrakt gelten, mit dem die Untersuchung durchgeführt wurde. Auch Effektstärken und die jeweilige Zulassungslage müsse beachtet werden.

Gegen typische Erkältungsschmerzen helfen einem Cochrane Review zufolge nichtsteroidale Antirheumatika wie Ibuprofen, aber auch für die Wirkung von Paracetamol und Acetylsalicylsäure gebe es Belege. Allerdings wirken sie nicht gegen verstopfte Nasen. Hier wurden bisher bevorzug topische Zubereitungen eingesetzt, doch seit einiger Zeit findet ein Umdenken statt. So bescheinigen neuere Untersuchungen sowohl topischen als auch systemischen Dekongestiva eine gute Verträglichkeit. Allerdings erreichen topische Zubereitungen die Nasennebenhöhlen nicht. Sind diese betroffen, eignen sich systemische Dekongestiva besser. Am besten untersucht ist Pseudoephedrin.

Nasenduschen stellten sich in Studien als wirksam heraus, wenn sie als zusätzliche Maßnahme zu anderen Therapien angewendet wurden. Wichtig sei es außerdem, ausschließlich isotonische Lösungen zu verwenden.

pharma-world: Evidenzbasierte Beratung bei Erkältungskrankheiten 2017-09-15T14:54:15+00:00

pharma-world: Einsatz von Nährstoffen und Pflanzenextrakten

Probiotika nützen nicht nur der Darmgesundheit, sondern schützen auch vor und bei Harnwegsinfekten. Das wurde im Vortrag von Dr. Stephanie Grabhorn auf der pharma-world deutlich. So modulieren Probiotika beispielsweise das darmassoziierte Immunsystem, und sie sind an der Bildung von Immunglobulin A beteiligt, das in den Schleimhäuten gegen das Eindringen von Krankheitserregern schützt.

Im Darm schützen Probiotika über verschiedene Mechanismen vor pathogenen Keimen, so die Referentin. Sie verdrängen etwa Krankheitserreger, indem sie deren Haftstellen im Epithel besetzen. Daneben verursachen sie bei diesen durch Konkurrenz um Substrate einen Nährstoffmangel. Eine bakteriostatische oder bakterizide Wirkung besitzen sie, indem sie für pathogene Keime schädigende Umgebungen schaffen, etwa durch eigene Stoffwechselprodukte, pH-Verschiebung oder Veränderungen des Redoxpotenzials.

Auch vor und bei Harnwegsinfekten schützen Probiotika. So hemmen Laktobazillen das Wachstum von Krankheitserregern im Urogenitaltrakt durch Abgabe verschiedener Substanzen, etwa von Milchsäuren, bestimmten Proteinen oder Wasserstoffperoxid. Hierbei stellten Proanthocyanidine aus Cranberry einen sinnvollen Kombinationspartner dar, so Grabhorn. Diese vermindern unter anderem die Haftfähigkeit des häufigsten Erregers von unkomplizierten Harnwegsinfekten, Escherichia coli, an die Harnwegs- und Harnblasen-Schleimhäute.

pharma-world: Einsatz von Nährstoffen und Pflanzenextrakten 2017-09-14T15:29:46+00:00

pharma-world: Umgang mit der Dronabinol-Rezeptur

Beim Arbeiten mit Dronabinol sollte man dessen wichtigste physikochemische Eigenschaften kennen, sagte Apotheker Dr. Christian Ude in seinem Vortrag auf der pharma-world. Die Rezeptursubstanz, die dem wirksamkeitsbestimmenden Cannabis-Inhaltsstoff (-)-trans-Δ9Tetrahydrocannabinol (THC) entspricht, erlaubt die Herstellung von öligen Tropfen und Kapseln mit definierter THC-Menge. Die problematische Verwendung von Blüten hatte Professor Dr. Theo Dingermann in seinem Vortrag am Mittwoch erläutert.

Dronabinol ist eine hellgelbe, bei Raumtemperatur ölige bis harzige Masse. Es ist löslich in Ethanol und fetten Ölen, nicht aber in Wasser. Die empfindliche Substanz muss dicht verschlossen, gegebenenfalls unter Inertgas, vor Licht geschützt und bei Raumtemperatur gelagert werden. Drei wichtige Punkte beim Arbeiten: Dronabinol wird leicht durch Luftsauerstoff oxidiert, daher muss man schnell arbeiten. Es ist temperaturempfindlich, daher muss man den erforderlichen Fön mit Vorsicht einsetzen. Bei Verwendung eines Wasserbades muss man vermeiden, dass Wasser in die Zubereitung gerät.

Auch den Patienten sollte man einige wichtige Hinweise im Umgang mit ihrem Arzneimittel mitgeben, riet Ude weiter. So dürften sie ihre Tropfen nicht mit Wasser verdünnt einnehmen, da die in Wasser unlösliche Substanz als Film im Glas zurückbleiben könnte und es so zu einer Unterdosierung kommen kann. Die Einnahme sollte „standardisiert“ – also unter immer gleichen Bedingungen – erfolgen, im Idealfall vor dem Essen. Die Tropfen dürfen außerdem nicht im Kühlschrank aufbewahrt werden.

pharma-world: Umgang mit der Dronabinol-Rezeptur 2017-09-14T14:15:12+00:00

pharma-world: Den Rücken stützen

Rückenschmerzen gehören zu den häufigsten Gründen für eine Arbeitsunfähigkeit, berichtete Heilpraktikerin Elke Niebergall in ihrem Vortrag auf der pharma-world. Laut einer Untersuchung der Techniker Krankenkasse stehen sie hierbei an dritter Stelle und bei den Fehlzeiten (Zahl der Arbeitsunfähigkeits-Tage) sogar auf Platz zwei.

Die Gründe dafür sind vielfältig: zu wenig Bewegung im Alltag, aber auch Erkrankungen wie Osteoporose oder Verletzungen sowie Probleme im Bewegungsapparat, die die nötige Bewegung zusätzlich erschweren. Zu diesen gehören nicht zuletzt verklebte Faszien. Die vielen Patienten noch wenig bekannten Strukturen gehören zusammen mit Sehnen und Bändern zu den Bindegeweben und spielen für die Beweglichkeit eine wichtige Rolle. Darüber hinaus schützen sie Gefäße und Nerven, spielen eine Rolle im Stoffwechsel und übermitteln Informationen.

Niebergall stellte eine offene, nicht-interventionelle Studie (NIS) zur Wirkung eines homöopathischen Komplexmittels (Ranocalcin®) vor. 142 Teilnehmer, die an Schwächezuständen des Stütz- und Bindegewebes sowie der Knochen litten, erhielten dabei insgesamt drei Monate lang das Testpräparat. Zu Studienbeginn, nach sechs Wochen sowie drei Monate nach Beginn der Behandlung wurde der klinische Befund von einem Arzt erhoben. Dabei zeigte sich eine deutliche Besserung der Beschwerden, mehr Beweglichkeit und eine reduzierte Schonhaltung. Auch Erschöpfungszustände und Niedergeschlagenheit verbesserten sich stark. Insgesamt stuften 80 Prozent der Therapeuten und 76 Prozent der Patienten die Wirksamkeit des homöopathischen Arzneimittels als gut bis sehr gut ein. Darüber hinaus zeigt die Studie die gute Verträglichkeit des Testpräparates.

pharma-world: Den Rücken stützen 2017-09-14T11:28:24+00:00

expopharm Medienpreis 2017 verliehen

Eschborn/Düsseldorf (14. September 2017) – In insgesamt 4 Kategorien wurde am 13. September in Düsseldorf der expopharm Medienpreis verliehen. Mit dem Wettbewerb, der unter dem Motto „Die Apotheke in der Gesellschaft“ ausgeschrieben wurde, will die expopharm, Europas größte und wichtigste pharmazeutische Fachmesse, die umfassende, seriöse, dabei aber auch durchaus kritische Berichterstattung über Apotheken fördern. Zum vierten Mal seiner dreizehnjährigen Geschichte wurde 2017 zudem ein Sonderpreis vergeben.

Juroren und Preisträger nach der Preisverleihung (v.l.n.r.) Fritz Becker, DAV; Dr. Andreas Kiefer, DAK; Elmar Esser, Moderator; Ansgar Deelmann, Wort&Bild Verlag; Ulrike Michels, Preisträgerin P+F; Metin Ergül, Avoxa; Dr. Hellmuth Nordwig, Preisträger A+P; Peter Schlögell, ApoBank; Verena Ziegler, Preisträgerin A+V; Friedemann Schmidt, ABDA; Andreas Arntzen, Wort&Bild Verlag; Michael Weiland, Apotheker (für Preisträger A+Ö Dr. Michael Kläsgen); Christoph Klawunn, DKV

In der Kategorie Apotheke und Politik wurde Dr. Hellmuth Nordwig ausgezeichnet. Seine Sendung „Medikamente nicht lieferbar“, wurde am 14. Dezember 2016 im Rahmen der Sendereihe „Wissen“ im Hörfunkprogramm SWR 2 des Südwestrundfunks ausgestrahlt. Darin befasst sich der Autor mit dem Problem der Lieferengpässe bei Arzneimitteln, die zu den wohl am kontroversesten diskutierten arzneimittelpolitischen Themen der letzten beiden Jahre gehören. Nordwig sucht nach den Ursachen und lässt dafür viele Beteiligte zu Wort kommen. Er befragt Ärzte im Krankenhaus und in der Praxis, Klinikapotheker und niedergelassene Kollegen, die Industrie, die Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft und natürlich auch die Patienten. Dabei wird klar, dass das Problem der Lieferengpässe in seinen Folgen so dramatisch ist, dass es gelöst werden muss. Dr. Hellmuth Nordwigs Beitrag ist eine Mischung aus wissenschaftlich akribischer Recherche, dem Verzicht auf Indoktrination und einer ebenso spannenden wie laienverständlichen Darstellung. Damit ermöglicht er seinen Zuhörern, sich nach der Sendung eine eigene, souveräne und durch Fakten gestützte Meinung zu bilden.

Dr. Michael Kläsgen ist der Gewinner des expopharm Medienpreises 2017 in der Kategorie „Apotheke und Ökonomie“. Mit dem Titel „Die Angst vor dem Überlebenskampf“ überschrieb er einen Artikel, der am 30. Januar 2017 in der Süddeutschen Zeitung erschien. Am Beispiel eines Landapothekers zeigt er auf, wie sich die Stimmung der niedergelassenen Pharmazeuten insbesondere nach dem Urteil des Europäischen Gerichtshofs zur Preisbindung bei verschreibungspflichtigen Arzneimitteln weiter verschlechtert hat. Er nutzt dafür aber nicht die Stellungnahmen von Parteien, Verbänden und Funktionären, sondern beschreibt die Situation einer Apotheke, die seit Generationen in Familienbesitz ist. Sein Protagonist ist Pharmazeut aus Leidenschaft, fühlt sich aber jetzt in seiner Existenz bedroht. Und dies besonders nicht durch die Politik der demokratisch gewählten deutschen Regierung, sondern durch eine vom ihm nicht nachvollziehbare Entscheidung der Luxemburger Richter, die die ökonomischen Interessen von kapitalgesteuerten ausländischen Unternehmen höher bewerteten als die Arzneimittelversorgung durch inhabergeführte Apotheken in Deutschland. Mit seinem Beitrag informiert Dr. Michael Kläsgen seine Leser über Konsequenzen, die jeden auch persönlich treffen könnten.

Für ihren Beitrag „Risiko Nebenwirkung – Medikamente sicher nehmen“, erhielt Verena Ziegler den diesjährigen expopharm Medienpreis in der Kategorie Apotheke und Verbraucher. Die Sendung wurde als Produktion der Bilderfest GmbH im Auftrag des WDR am 20. April 2017 im Wissensmagazin Xenius auf arte ausgestrahlt. Die Autorin greift darin ein weitgehend unterschätztes Problem auf. Denn jährlich sterben laut Experten sowohl in Deutschland als auch in Frankreich bis zu zehnmal mehr Menschen an den Folgen unerwünschter Neben- oder Wechselwirkungen von Medikamenten als im Straßenverkehr. Verena Ziegler informiert gemeinsam mit Experten darüber, was man dagegen tun kann, dass Medikamente, die eigentlich helfen sollen, Patienten in Gefahr bringen. Zusammen mit einer Apothekerin erklärt sie wie der Beipackzettel richtig zu verstehen ist, worauf man bei der gleichzeitigen Einnahme von mehreren Medikamenten unbedingt achten sollte und wie sich Neben- und Wechselwirkungen verringern oder vermeiden lassen. Der laienverständliche Beitrag holt die Zuschauer ab und gibt ihnen ebenso spannende wie verbraucherrelevante Informationen, die eine Arzneimitteltherapie sicherer machen können.

Ulrike Michels erhielt den expopharm Medienpreis in der Kategorie Pharmazie und Forschung. „Was ist los mit unseren Kindern“ hieß ihre ausgezeichnete Fernsehdokumentation, die am 10. Oktober 2016 erstmals in der ARD ausgestrahlt wurde. Im Kern, so der Untertitel, ging es in der Sendung um „ADHS und andere Diagnosen“. Die Autorin zeichnet darin auf, wie betroffene Kinder mit ihrer Krankheit und ihrer Medikation leben. Und das Problem ist nach wie vor groß. Denn nach Aussagen des Robert-Koch-Institutes konnte bei jedem fünften Kind zwischen 3 und 17 Jahren der Hinweis auf eine psychische Störung festgestellt werden. Krankenkassendaten belegen, dass die am häufigsten diagnostizierte Störung ADHS ist. Ulrike Michels ging aber auch der Frage nach, wie hoch die Zahl der Fehldiagnosen ist. Sie fragte bei Kindern und Experten nach, ob es sich wirklich immer um ADHS handelt oder ob die Störung vielmehr eine Reaktion der Kinder auf ihre Umwelt und die Anforderungen in der Schule darstellt. Mit ihrer Darstellung von Menschen in außergewöhnlichen, oft berührenden Lebenssituationen zog sie ihre Zuschauer von der ersten bis zur letzten Minute in den Bann.

Mit dem Sonderpreis des expopharm Medienpreises 2017 wurde schließlich der Wort & Bild Verlag für seine integrierte Kampagne „Danke Apotheke“ ausgezeichnet. Anlass für dieses Engagement war  das EuGH-Urteil und die darauf folgende politische Diskussion, den Versandhandel mit rezeptpflichtigen Arzneimitteln wieder zu verbieten, um die Arzneimittelversorgung in Deutschland durch wohnort- und patientennahe Apotheken zu sichern. Der 60 sekündige Fernsehspot zeigt vermeintlich Selbstverständliches und Alltägliches und betont damit deren Wert und deren Besonderheit. Er führt vor Augen, wie sehr die Apotheke Teil unserer Lebenswelt und wie oft sie Helfer in kleinen oder großen Nöten ist. In einer besonders schwierigen Situation hat der Film den Apothekern geholfen, ihre Argumente von der menschlichen Dimension ihrer Arbeit abseits von ordnungs- und strukturpolitischen Fragen bildhaft und damit verständlich zu machen. Dabei zeigt er diese menschliche Dimension sympathisch, schlicht und ohne überhöhendes Pathos.

Die Verleihung des expopharm Medienpreises fand im Düsseldorfer Apollo-Theater statt. Der Wettbewerb wurde von der Deutschen Apotheker- und Ärztebank, der DKV und der Messe Düsseldorf unterstützt.

 

Die Pressemitteilung können Sie auch hier downloaden.

expopharm Medienpreis 2017 verliehen 2017-09-14T09:32:36+00:00