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pharma-world | Cannabis: Pionierarbeit und Potenzial

Deutschland habe bei der Erarbeitung einer Prüfvorschrift für Cannabis-Blüten Pionierarbeit geleistet, sagte Professor Dr. Theo Dingermann, Frankfurt am Main, in seinem Vortrag zu dem Schwerpunktthema auf der pharma-world der expopharm in München. Seit 2016 gibt es eine Monographie im Deutschen Arzneimittel-Codex (DAC). Ein Jahr später ist diese mit einer für die Apotheken wichtigen Änderung in das Deutsche Arzneibuch (DAB) übernommen worden: Für die Lagerung von Cannabis-Blüten sind seitdem nicht mehr Temperaturen von 2–8 °C (Kühlschrank) vorgeschrieben, sondern Temperaturen unter 25 °C. Demnächst soll die Monographie auch in das Europäische Arzneibuch übernommen werden.

Cannabis sei eine Arzneipflanze mit Potenzial, so Dingermann weiter. Es lohne sich, hier weiterzumachen. „Wir werden hier eine stürmische Entwicklung sehen, nicht nur was Fertigarzneimittel anbelangt, sondern auch was Sorten.“ Die drei Sorten Cannabis indica, Cannabis sativa und Cannabis ruderalis definierten sich weniger botanisch als durch ihren Gehalt an Tetrahydrocannabinol (THC) und Cannabidiol (CBD). Dingermann: „Muss man hier zukünftig komplexer denken?“

Den vollständigen Vortrag gibt es im Video.

pharma-world | Cannabis: Pionierarbeit und Potenzial2018-11-13T09:45:51+00:00

expopharm | 3 Fragen an Ulrich Sommer

Ulrich Sommer, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Apotheker- und Ärztebank
„Es ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe, all die jungen Pharmazeuten zu unterstützen, die ihr Wissen und Können im direkten Austausch in der Apotheke vor Ort zur Verfügung stellen wollen.“

1) Apothekenübernahmen und –gründungen: Was sind die größten Herausforderungen für junge Apotheker

Der Apothekenmarkt ist sehr heterogen, die typische Durchschnittsapotheke gibt es so nicht mehr. Unsere Auswertungen zeigen bei den Apothekenkaufpreisen und den Einnahmensituationen eine große Spreizung. Einerseits beobachten wir immer wieder, dass für Apotheken kein oder lediglich ein kleiner symbolischer Kaufpreis gezahlt wird, andererseits wurden im vergangenen Jahr laut unserer Analysen ein Fünftel der Apotheken für hohe sechsstellige, teils siebenstellige Summen an Nachfolger übergeben. Es gibt also inzwischen vom kleinen bis zum mittelständischen Unternehmen eine große Bandbreite an Möglichkeiten, entsprechend ist es für den angehenden Existenzgründer wichtig herauszufinden, welcher Unternehmertyp er ist. Die Finanzierung wird dabei häufig als Hürde am stärksten überschätzt. Doch die anfangs befürchteten Risiken erweisen sich im Nachhinein als überschaubar. Insgesamt können wir feststellen, dass gut geplante Existenzgründungen fast ausnahmslos erfolgreich sind.

2) Und mit welchen Problemen kämpfen Apotheker, die Nachfolger suchen?

Seit Jahren werden immer wieder Apotheken geschlossen, weil sie keinen Nachfolger finden. Die aktuellen Unsicherheiten über die ökonomischen und politischen Rahmenbedingungen begünstigen vermutlich noch diese Entwicklung. Viele Fragen zu Themen wie Versandhandelsverbot für verschreibungspflichtige Arzneimittel oder mögliche Folgen des Honorar-Gutachtens des BMWi sind noch ungeklärt. Zudem ergab eine apoBank-Studie zum Zukunftsbild der Heilberufe, dass viele der jungen Pharmazeuten nicht die kurative Tätigkeit in der Apotheke anstreben. Und das liegt nicht an den Verdienstmöglichkeiten, denn der Weg in die eigene Offizin rentiert sich in der Regel schon nach kurzer Zeit – das belegen unsere eigenen Analysen. Es ist vielmehr das Berufsbild des Pharmazeuten in der Apotheke, das vor allem mit dem Verkauf von Arzneimitteln assoziiert wird und wenig Spielraum für die pharmazeutische Expertise bietet. Denn häufig ist Patienten nicht bewusst, welche Fachkompetenz und Unterstützung ein Apotheker bereithält.

3) Mit Know-how und Event-Formaten wird die expopharm 2019 gezielt junge Apotheker ansprechen. Was ist wichtig für deren Unterstützung?

Auch wenn unsere Studie zeigt, dass fast jeder zweite Pharmazeut außerhalb der Offizin tätig sein will, so wollen immer noch über die Hälfte in einer Apotheke wirken. Für sie müssen Rahmenbedingungen geschaffen werden, die den Freiraum dafür bieten, ihre beruflichen Vorstellungen zu verwirklichen und ihre innovativen Ideen entwickeln zu können. Das kann im Bereich der Präventivmaßnahmen, der Medikationsanalyse und des Medikationsmanagements sein oder beim Coaching der Patienten, um die vom Arzt identifizierten Therapieziele zu erreichen. Dazu gilt es aber, das Berufsbild des Apothekers in seiner eigenen Apotheke zu stärken und auch finanziell attraktiv zu halten. Die Vergütung muss so gestaltet sein, dass die Existenzgrundlage der Apotheker auch gewährleistet ist. Ich bin sicher: Die pharmazeutischen Kompetenzen in der Apotheke könnten im Gesundheitsmanagement jedes einzelnen Bürgers eine noch viel größere Rolle spielen. So ist es auch eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe, all die jungen Pharmazeuten zu unterstützen, die ihr Wissen und Können im direkten Austausch in der Apotheke vor Ort zur Verfügung stellen wollen.

expopharm | 3 Fragen an Ulrich Sommer2018-10-16T09:26:20+00:00

expopharm 2018 | Trendsetter für die Apothekenzukunft

Eschborn/München 13. Oktober 2018 – Mit starken Signalen für die Zukunftsorientierung des Apothekenmarktes ging heute (Samstag) in München die expopharm 2018 zu Ende. Mehr als 25.000 Fachbesucher aus dem In- und Ausland kamen auf das Münchner Messegelände, um sich auf der pharmazeutischen Leitmesse Europas über die innovativen Lösungen und Konzepte von über 500 Ausstellern zu informieren.

Knapp vier Monate bevor im Februar 2019 mit securPharm die deutsche Umsetzung der europäischen Fälschungsrichtlinie an den Start geht, stand das Megathema Digitalisierung im besonderen Fokus. „Die räumliche und zeitliche Nähe von expopharm und Deutschem Apothekertag hat sich in diesem Jahr einmal mehr bewährt“ erklärte Metin Ergül, Geschäftsführer der Avoxa, die die expopharm im Auftrag der deutschen Apotheker ausrichtet. Die Delegierten des Apothekertages forderten die zügige Einführung des elektronischen Rezepts (E-Rezept) und einen klaren Zeitplan zur Umsetzung der Prozesse für mehr Arzneimitteltherapiesicherheit. Zur stufenweisen Einführung des E-Rezepts soll zunächst eine modellhafte Erprobung in Baden-Württemberg erfolgen. Die dabei entwickelte Systemlösung soll in eine flächendeckende Anwendung überführt werden. „Kooperations- und Technologiepartner dieses Modellprojektes ist die zur Avoxa gehörende Netzgesellschaft Deutscher Apotheker (NGDA), die auch die Gematik-konforme Technologie entwickelt. Auf der expopharm konnten die Besucher sich über erste Ergebnisse informieren“, so Ergül. „Es besteht kein Zweifel daran, dass die Apotheker derzeit im Zukunftsfeld Digitalisierung proaktiv und mit großem Vorsprung vorangehen.“

Insgesamt stand die Digitalisierung auf der Messe im besonderen Fokus. Um den Besuchern den Überblick über die vielfältigen Angebote zu erleichtern, hatte die expopharm in diesem Jahr erstmals geführte Rundgänge zum Thema Digitalisierung angeboten, die das etablierte Format der Rezepturrundgänge ergänzten. „Mit mehr als 450 Teilnehmern an diesen Rundgängen wurden unsere Erwartungen weit übertroffen“, erklärte Petra Lutz, Geschäftsbereichsleiterin Messen und Kongresse der Avoxa „Der Apothekenmarkt ist mit seiner technologischen Innovationskraft im Gesundheitssystem führend“,  so Lutz. „Davon konnten sich die Besucher an vielen Ausstellungsständen überzeugen.“

Neben der Digitalisierung stieß auch die pharma-world als Plattform für pharmazeutisch erstklassigen Wissenstransfer wieder auf besonderes Interesse der Messebesucher. In den dortigen Vorträgen wurde unter anderem über die Valsartan-Problematik und den Einsatz von Cannabis informiert. Ebenfalls gut besucht war eine Podiumsdiskussion des Bundesverbandes der Pharmaziestudierenden über Chancen und Nebenwirkungen des Pharmaziestudiums. Auf lebhaftes Interesse stießen schließlich die in den Vortragspausen stattfindenden moderierten Diskussionen auf den Messeständen, die das gegenseitige Verständnis für die Bedürfnisse von Industrie und Apothekern noch weiter voranbrachten. Am Samstag war das Programm mit ausgewählten Themen und besonders beratungsorientierten Vorträgen wieder auch auf PTA ausgerichtet. Für diese Zielgruppe wurden neben dem beliebten PTA-Forum Live auch von jungen Pharmazeuten geführte PTA-Rundgänge als Pilotprojekt angeboten.

Dass die aktuellen Marktentwicklungen auf der expopharm konkret erlebbar sind, kam bei Ausstellern und Besuchern sehr gut an. Bei ersten Befragungen erhielt die Messe durchweg gute Noten. Hier – so die einhellige Meinung der Befragten – setzen die Apothekenpartner die Trends, die den Markt im nächsten Jahr beherrschen.

Das expopharm Team arbeitet schon jetzt an neuen Formaten, um die unterschiedlichen Zielgruppen auf der expopharm 2019 noch passgenauer zusammenzuführen. Dann trifft sich der Apothekenmarkt wieder am Rhein. Die expopharm 2019 findet vom 25. bis 28 September 2019 in Düsseldorf statt.

Die Pressemitteilung können Sie auch hier downloaden.

Bilder zur expopharm 2018 zur freien Verwendung finden Sie als druckfähige Dateien hier und alle Impressionen in der Mediathek.

expopharm 2018 | Trendsetter für die Apothekenzukunft2018-11-23T10:39:17+00:00

Ausstellerstimmen der expopharm 2018

Dr. Michael P. Kuck, Vorstandsvorsitzender NOWEDA Apothekergenossenschaft: „Aus NOWEDA-Perspektive war die diesjährige expopharm ein voller Erfolg. Der NOWEDA Messestand in Halle C5 war für viele Apothekerinnen und Apotheker die erste Anlaufstation. Wir freuen uns besonders über das positive Feedback zu unserem in Zusammenarbeit mit Hubert Burda Media entwickelten ‚Zukunftspakt Apotheke‘, dessen Präsentation auf einer erstmalig angelegten Empore erfolgte. Das neue Messestandkonzept hat sich bewährt und wurde von unseren Besuchern sehr gut angenommen.“

Michael Maug, Geschäftsführer Lauer-Fischer GmbH: „Die expopharm ist DER Branchentreff der Apothekenwelt. Wir profitieren nicht nur von Gesprächen mit Interessenten und Kunden, sondern auch von dem Austausch mit unseren Partnern. Darüber hinaus war unsere Beteiligung am Rundgang Digitalisierung: ‚Wovon profitiert der Apotheken-Kunde?‘ ein voller Erfolg. Und natürlich werden wir auch in 2019 wieder auf der expopharm vertreten sein.“

Christian Bauer, Geschäftsführer Apostore GmbH: „Die expopharm 2018 war für Apostore die Gelegenheit, unsere Neuausrichtung und unseren Wandel nach außen sichtbar zu machen. Das Konzept, mit unserer Schwester-Firma adcommander auf einer gemeinsamen Fläche Komplettlösungen für das Back- und Frontoffice der Apotheke zu zeigen, war ein voller Erfolg. In den vergangen vier Tagen konnten wir uns über eine gute Besucherfrequenz am Stand mit intensiven Gesprächen freuen. Unser Team hat wertvolle Kontakte gepflegt, neue Partnerschaften geschlossen und – das Wichtigste – Automaten verkauft.“

Kristin Mann, Leitung Marketing & Sales Bionorica ethics GmbH: „Die Teilnahme an der expopharm 2018 in München ermöglichte uns direkt in Kontakt mit den Apothekerinnen und Apothekern zu treten. Unser Produkt Dronabinol (Wirkstoff und Betäubungsmittel) ist erklärungsbedürftig und erfordert einen engen Austausch zumindest vor bzw. für die erste Verarbeitung. ApothekerInnen verarbeiten den Wirkstoff zu einem Rezepturarzneimittel – entweder zu Tropfen oder Kapseln. Die Berücksichtigung in und Teilnahme an den Rezepturrundgängen ermöglicht den direkten Austausch und die schnelle Beantwortung konkreter Fragestellungen. Definitiv ein großes Plus für uns als Wirkstoffhersteller für Rezeptur! Die Vorträge in der pharma-world am Freitag haben thematisch sehr gut zu uns gepasst. Die Organisation durch das Messeteam war hervorragend und erfolgte zu unserer vollsten Zufriedenheit. Eine Teilnahme in 2019 werden wir von den Themen in der pharma-world abhängig machen.“

Tomaž Pirman, Geschäftsführer TAD Pharma GmbH: „Die Teilnahme an der expopharm hat für uns schon eine lange Tradition und bot uns auch in diesem Jahr eine gute Plattform, um mit den Entscheidern aus der Apotheke ins Gespräch zu kommen. Wir konnten wichtige Kontakte pflegen und unseren Kunden nicht nur unsere Produkte vorstellen, sondern auch die Werte nahebringen, die TAD Pharma ausmachen: Gesundheit, Qualität und Nachhaltigkeit. Mit Vorfreude blicken wir auf die Teilnahme im Jahr 2019 und bedanken uns für die gute Messe-Organisation.“

Mohammadi Akhabach, Gründer und Geschäftsführer von AMIRA®: Die expopharm 2018 war für uns der optimale Rahmen, unser neues PTA-Konzept „AMIRA“ dem Fachpublikum vorzustellen. Unsere Vision, die PTA mit einer Kombination aus Produkt-Test und Beratungs-Support im Apothekenalltag näher zusammenzubringen, traf bei den interessierten Besuchern auf großen Zuspruch. Wir haben mit dem Team um „AMIRA“ unglaublich viele, tolle Gespräche mit PTAs und anwesenden Industriepartnern führen können und die Vorfreude auf den Versand der ersten AMIRA Box ist groß. Dank der expopharm und der perfekten Rundum-Organisation vor Ort hat unsere Beratungsheldin AMIRA noch mehr Power für die Zukunft!

Rainer Kliewe, Geschäftsleitung Marketing und Vertrieb BELSANA Medizinische Erzeugnisse: “ Wir zeigen seit 1992 Präsenz auf der expopharm und freuen uns auch, dieses Jahr wieder dabei zu sein. Man kann sagen, dass BELSANA mit der expopharm groß geworden ist. In den letzten 27 Jahren haben wir unser Standkonzept und Erscheinungsbild kontinuierlich weiterentwickelt: BELSANA ist eine traditionsreiche Marke mit innovativen Produkten. Unsere Kompressionsstrümpfe sind modern und modisch. Das spiegelt auch unser Messeauftritt wider. Die expopharm ist eine tolle Business-Plattform und für uns ein wichtiges Marketinginstrument. Zu Beginn haben wir die Messe in erster Linie genutzt, um mit Neukunden ins Gespräch zu kommen. Heute betreiben wir dort aktive Kundenpflege und stärken gezielt unsere Markenpräsenz. Der persönliche Kontakt und Austausch mit unseren langjährigen Geschäftspartnern ist uns sehr wichtig. Gerne überraschen wir diese auf der Messe mit exklusiven Aktionen und multisensorischen Produkterlebnissen wie zum Beispiel leckerer Eiscreme in den BELSANA Modefarben Graphit, Flieder, Amarena und Heidelbeere. Zugleich schätzen wir die vielfältigen Networking-Möglichkeiten mit Branchenexperten und Multiplikatoren vor Ort. Mit der Frequenz und Qualität der Messekontakte in diesem Jahr sind wir sehr zufrieden. Daher werden wir auch 2019 in Düsseldorf wieder als Aussteller mit dabei sein. BELSANA und die expopharm, das passt. Da dürfen wir nicht fehlen! Damit tragen wir auch weiterhin zur Attraktivität der Messe bei. Wünschenswert wäre es, dass das Thema Hilfsmittel künftig wieder mehr Raum gewinnt und auf der Messe stärker in den Fokus rückt.“

Manfred Seibold, Geschäftsführer KLS Pharma Robotics GmbH: „Die expopharm 2018 war ein voller Erfolg für unser Unternehmen. Wir haben viele erfolgreiche Gespräche mit Neukunden führen können. Das allgemeine Feedback auf unser neues sprachgesteuertes Kommissioniersystem hat unsere Erwartungen sogar übertroffen. Es zeigt sich immer wieder, dass die expopharm als Plattform für uns immens wichtig ist, um neue digitale Lösungen für die Apotheken vorzustellen und uns im Markt zu präsentieren. Auch die Messeorganisation war wie jedes Jahr perfekt. Nächstes Jahr in Düsseldorf sind wir selbstverständlich wieder dabei.“

Andreas Kierndorfer, Geschäftsführer aoki apotheken-vertrieb GmbH: „Der Gemeinschaftsstand `Schlossallee` ist seit Jahren eine feste Größe auf jeder expopharm. Wir schätzen die Messe als perfekte Kommunikationsplattform für unsere Kunden. Vom ersten Messetag an herrschte eine durchweg positive Stimmung auf der gesamten Schlossallee. Unsere zahlreichen Standbesucher waren sowohl Apotheken-Entscheider als auch PTA, mit denen wir viele interessante Gespräche geführt haben. In diesem Jahr können auf einen sensationell guten geschäftlichen Erfolg blicken. Schon jetzt haben wir Neukunden für die expopharm 2019 gewinnen können. Wir sind von der diesjährigen Messe absolut begeistert.“

Die Ausstellerstimmen 2018 können Sie auch hier runterladen.

Ausstellerstimmen der expopharm 20182018-11-07T13:01:37+00:00

pharma-world | Coffein macht Analgetika schneller und stärker

Analgetika sind im Bereich OTC die am besten untersuchten Arzneimittel. Über Kombinationen mit Coffein informatierte Professor Dr. Thomas Herdegen, Kiel, in seinem Vortrag auf der pharma-world der expopharm. Angewendet werden rezeptfrei erhältliche Schmerzmittel in zahlreichen Bereichen. Die Wirkstoffe linderten nicht nur Schmerzen, sie werden unter anderem auch als Entzündungshemmer und zur Fiebersenkung verwendet.

Für Patienten spielt nicht zuletzt die Geschwindigkeit, mit der Kopfschmerz gelindert wird, eine wichtige Rolle. Zwar lasse sich diese durch eine Einnahme auf nüchternen Magen steigern, führte Herdegen aus. Doch im Alltag träten Kopfschmerzen meistens nicht dann auf, wenn der Magen leer sei. Der Zusatz von Coffein steigere nicht nur die Wirkgeschwindigkeit, sondern es verstärke außerdem nebenwirkungsfrei die Wirkung der analgetischen Substanz, sodass diese niedriger dosiert werden könne, so der Referent weiter. Dadurch sinke das Risiko von Nebenwirkungen durch den Schmerzwirkstoff.

Als mögliche Kombinationspartner von Coffein nannte Herdegen Acetylsalicylsäure (ASS) und/oder Paracetamol sowie Ibuprofen. Coffein sei im Dosisbereich von etwa 50 bis 150 mg ein zuverlässiges Koanalgetikum. Das hätten zahlreiche Studien gezeigt. Außerdem sei es in der Lage, den Ceiling-Effekt von Ibuprofen zu durchbrechen. Die Bedeutung des Wirkverstärkers Coffein spiegelt sich auch in der aktuellen Migräne-Leitlinie wider, in der die Kombination aus ASS, Paracetamol und Coffein als Mittel der 1. Wahl aufgeführt ist.

pharma-world | Coffein macht Analgetika schneller und stärker2018-10-15T10:41:25+00:00

pharma-world | Dronabinol: Von der Bestellung über die Herstellung bis zur Abgabe

Über alle Themen rund um Dronabinol können sich die expopharm-Besucher bei Aussteller Bionorica ethics auf dem Areal der pharma-world in Halle B5 informieren. Ausgewählte Aspekte waren Gegenstand des Fachinterviews, das dort am Freitag unter der Moderation von Professor Dr. Theo Dingermann, Frankfurt am Main, stattfand. Im Vordergrund standen Service und Unterstützung, die den Apotheken im Umgang mit dem sensiblen Wirkstoff zur Verfügung stehen. „Für jeden Schritt von der Bestellung über die Eingangs- und Plausibilitätsprüfung sowie die Herstellung von wahlweise Tropfen oder Kapseln bis hin zur Abgabe des Arzneimittels an den Patienten bietet Bionorica ethics alle Services und verschiedene Arbeitshilfen an“, informierte Kristin Mann, Leiterin Marketing & Sales bei Bionorica ethics. Expopharm-Besucher können sich am Stand über alle Punkte aus erster Hand informieren.

Auch die Frage, warum Dronabinol „nur“ als Rezeptursubstanz und nicht als Fertigarzneimittel zur Verfügung steht, wurde heute wieder gestellt. Vor allem der Faktor Zeit spielt hier die Hauptrolle. In der kurzen Zeit seit Beginn der Erstattungsfähigkeit im März 2017 habe man keine Studien durchführen und keine Zulassung beantragen können, sagte Mann. Diese seien aber geplant. Einzelheiten sind jedoch noch nicht bekannt. Der Einsatz in Form von Rezepturen beinhalte aber auch einen Vorteil, ergänzte Dingermann: Fertigarzneimittel seien stets für bestimmte Anwendungsbereiche zugelassen, die Anwendung außerhalb der Indikation häufig schwierig.

Mehr zum Thema Dronabionol gibt es am Stand von Bionorica ethics auf dem Areal der pharma-world in Halle B5. Cannabis ist als Schwerpunkt-Thema der diesjährigen pharma-world außerdem Gegenstand verschiedener Vorträge.

pharma-world | Dronabinol: Von der Bestellung über die Herstellung bis zur Abgabe2018-10-13T11:14:17+00:00

pharma-world | Wie Erkältungsviren die innere Uhr nutzen

Die innere Uhr steuert nicht nur das Schlaf- und Wachverhalten des Menschen, sie beeinflusst darüber hinaus zahlreiche weitere Vorgänge, zu denen auch Immunprozesse gehören. Auf welche Weise sie Einfluss auf den Verlauf von Erkältungskrankheiten nehmen kann, erläuterte Professor Dr. Achim Kramer, Berlin, in seinem Vortrag auf der pharma-world der expopharm.

Jede einzelne Zelle werde durch eine innere Uhr gesteuert, so Kramer weiter. Nach dem Befall von Zellen durch Erkältungsviren kommt es demnach zu einem wechselseitigen Geschehen: Im Idealfall nimmt die innere Uhr der Wirtszelle Einfluss auf die Virenvermehrung, indem sie deren Hemmung unterstützt; umgekehrt sind die eingedrungenen Viren ihrerseits in der Lage, die innere Uhr der Zelle „zu verstellen“ und so die Hemmung ihrer Vermehrung außer Kraft zu setzen. „Der Zeitpunkt der Ansteckung kann für die Ausprägung der Symptomatik und ihren zeitlichen Verlauf entscheidend sein“, erklärte der Referent. Eine „starke“ innere Uhr könne die Abwehrkräfte stärken. Zudem könnte auch die Behandlung von Erkältungskrankheiten von chronotherapeutischen Ansätzen, wie man sie bei anderen Erkrankungen bereits angewendet werden, profitieren.

pharma-world | Wie Erkältungsviren die innere Uhr nutzen2018-10-12T14:48:57+00:00

pharma-world | Vitalpilze: Neu auf der pharma-world

Vitalpilze sind Bestandteil der traditionellen chinesischen Medizin, in den Apotheken und auf der pharma-world zählten sie bisher zu den Exoten. Was Vitalpilze möglicherweise bewirken und auf welche Weise dies geschehen könnte, waren zentrale Fragen sowohl des pharma-world-Vortrages von Heilpraktiker Alexander Baur-Schall als auch des Fachinterviews am Stand von Hennig Arzneimittel, das von Professor Dr. Theo Dingermann, Frankfurt am Main, moderiert wurde.

Insbesondere die enthaltenen Polysaccharide sehe man als zentrale Bestandteile für die Effekte an, erläuterte Baur-Schall im Vortrag und im anschließenden Interview. Sie seinen in der Lage, das Immunsystem modulierend zu beeinflussen. Die Mechanismen sind bisher weitgehend unbekannt. Denkbar sei ein Effekt auf das Darmmikrobiom und auf die Peyer-Plaques – zusammenhängenden Lymphfollikeln, die sich im gesamten Dünndarm befinden, vor allem im Krummdarm und im Wurmfortsatz, sagte Dingermann. Polysaccharide könnten dabei möglicherweise „wie ein Externum“ verhalten, also prä- oder probiotisch, aber ohne dass eine Resorption stattfinde. Dennoch sei eine Reaktion des „größten Immunorgan des Körpers“ vorstellbar. Es spreche daher nichts gegen einen Heilversuch. Wichtig sei, ein Ziel hinsichtlich des Effektes und des Zeitraumes zu setzen, um zu überprüfen, ob man auf den Einsatz anspreche.

Verschiedene Vitalpilze sind Bestandteil der Trivital®-Produktfamilie des pharma-world-Ausstellers Hennig Arzneimittel. Die Nahrungsergänzungsmittel für verschiedene Einsatzzwecke enthalten außerdem jeweils unterschiedliche Pflanzenextrakte und Mineralstoffe. Weitere Informationen zu Vitalpilzen gibt es am Stand von Hennig Arzneimittel auf dem Areal der pharma-world.

pharma-world | Vitalpilze: Neu auf der pharma-world2018-10-12T13:17:40+00:00

pharma-world | Wie nächtlicher Husten die Lebensqualität beeinträchtigt

Zwischen nächtlichem Husten und der Beeinträchtigung der Lebensqualität gibt es einen „dosisabhängigen“ Zusammenhang. Eine aktuelle Anwendungsbeobachtung hierzu stellte PD Dr. Kai Michael Beeh, Wiesbaden, in seinem Vortrag auf der pharma-world der expopharm in München vor. Sie zeigt: Je häufiger Patienten nachts von Husten geweckt wurden, umso stärker nahm die Lebensqualität ab – unabhängig von der Schwere der Ausgangserkrankung. Auch ein Unterschied zwischen Erwachsenen und Kindern konnte nicht festgestellt werden. Je häufiger in der Nacht Hustenereignisse eintraten, umso stärker war am Tag die Konzentration beeinträchtigt, konnten Tagesaktivitäten nicht wie gewohnt stattfinden und umso erschöpfter fühlten sich die Teilnehmer der Befragung.

Doch warum tritt Husten bevorzugt während der Nacht auf? Grund hierfür sei insbesondere der nervale Anteil der Veränderungen durch die virale Infektion, erläuterte Beeh die Hintergründe. So entstehen durch die Infektion „Lücken“ im zuvor geschlossenen Zellverband des Schleimhaut-Epithels. Schädliche Partikel können dann das tieferliegende Gewebe reizen. In der Nacht, wenn das parasympathische System die Oberhand habe, seien Nervenfasern aktiver, die Hustenreize weiterleiten.

Mehr zum Thema Husten und seine Behandlung gibt es in weiteren Vorträgen und bei verschiedenen Ausstellern auf dem Areal der pharma-world.

pharma-world | Wie nächtlicher Husten die Lebensqualität beeinträchtigt2018-10-11T18:47:19+00:00

pharma-world | Defektur-Arzneimittel: Keine Angst vor der Dokumentation

Mit Eigenherstellungen können Apotheken bei Kunden und Patienten punkten, doch viele schrecken bei der Herstellung von Defekturen, Standardzulassungen und unechten Hausspezialitäten vor allem wegen der erforderlichen Dokumentation zurück – unnötigerweise, wie Apotheker Lars Peter Frohn in seinem Vortrag auf der pharma-world der expopharm ausführte.
Voraussetzung für eine Herstellung im Rahmen der Defektur ist eine häufige ärztliche Verordnung des entsprechenden Arzneimittels. Da es sich um eine „Rezeptur auf Vorrat“ handelt, entfalle eine explizite Plausibilitätsprüfung, erläuterte Frohn. Sie habe im Rahmen der Anfertigung als Rezeptur bereits stattgefunden.
Abschreckend wirke vor allem die Risiko-Bewertung, so der Referent weiter. Diese lasse sich jedoch auf der Grundlage der fünf geforderten Kriterien – jährliche Produktionsmenge, Applikationsart und Darreichungsform, inhärente Risiken des Wirkstoffs, Herstellungsprozess sowie Abgabe – sehr einfach durchführen. Letzendlich bedeute die Risikobewertung nicht einmal einen Mehraufwand, da der Prüfaufwand durch sie enorm reduziert werde.
Mit Hilfe des DAC lassen sich die Anfertigungen in drei Risiko-Klassen einteilen. Die Zuordnung lasse sich durch ein Online-Tool leicht und rasch erledigen, so Frohn. Auf der expopharm können Interessierte es sich beim DAC/NRF auf der Avoxa-Standfläche (Halle B6, Stand C-10) anschauen und sich die Anwendung von den Experten erklären lassen.

Mehr zum Thema Rezeptur gibt es außerdem in den Vorträgen der pharma-world.

pharma-world | Defektur-Arzneimittel: Keine Angst vor der Dokumentation2018-10-11T13:55:24+00:00