pharma-world | Migräne: Erster Antikörper zur Prophylaxe zugelassen

pharma-world | Migräne: Erster Antikörper zur Prophylaxe zugelassen

Es ist eine doppelte Premiere: Mit Erenumab wurde im Juli der erste monoklonale Antiköper zur Vorbeugung von Migräneattacken zugelassen – und damit das erste spezifische Migräne-Prophylaktikum überhaupt, denn andere Arzneimittel in diesem Bereich werden off label eingesetzt. Die Markteinführung ist im November geplant.

Zum Hintergrund: Erenumab blockt spezifisch den Calcitonin Gene-related Peptide (CGRP)-Rezeptor. CGRP ist ein Neuropeptid, das vermutlich bei Migräneattacken die Schmerzsignale weiterleitet und gefäßerweiternd wirkt. Beim Beginn einer Attacke sind die CGRP-Spiegel erhöht; sie sinken wieder auf Normalniveau, wenn die Attacke beendet ist. Infundiert man Probanden CGRP, löst dies migräneähnliche Kopfschmerzen aus.

In Studien zu Erenumab mit rund 2600 Teilnehmern sank bei Patienten mit chronischer Migräne (im Schnitt 18 Tage pro Monat), die bereits erfolglos mit anderen Medikamenten prophylaktisch behandelt wurden, die Zahl der Migränetage je nach Dosis und Vorbehandlung um 2,5 bis 4,3 Tage. 34,7 Prozent erreichten unter 70 mg Erenumab eine Reduktion um mindestens 50 Prozent gegenüber 17,3 Prozent unter Placebo. Auch bei Patienten mit episodischer Migräne (im Schnitt acht Tage pro Monat) zeigte sich eine Schutzwirkung. Sie litten unter 140 mg Erenumab 2,5 Tage und unter 70 mg Erenumab 2,0 Tage weniger unter Migränekopfschmerz als die Patienten der Placebogruppe.

Mehr zum Thema Migräne-Therapie und -Prophylaxe gibt es in den Vorträgen der pharma-world und bei Aussteller Novartis Pharma.

2018-09-24T13:23:03+00:00