pharma-world

pharma-world2018-10-16T08:38:24+00:00

Ein einzigartiges Format.

Auf der pharma-world kommen zwei für Sie als Apotheker hoch spannende Themen zusammen: Markt und Wissenschaft.

Zum einen präsentieren Pharmahersteller in einer eigenen Ausstellung ihre aktuellen OTC-Produkte. Zum anderen findet hier ein attraktives wissenschaftliches Programm statt: Renommierte Experten sprechen über aktuelle pharmazeutische Themen und geben exklusive Einblicke in den Stand der Forschung. Das exklusive wissenschaftliche Vortragsprogramm wird kuratiert von Professor Dr. Manfred Schubert-Zsilavecz und Professor Dr. Theodor Dingermann von der Universität Frankfurt.

2018 stehen dabei gleich mehrere Themen im Fokus: Am Donnerstag wird es um das Thema Husten und seine Behandlung im Rahmen der Selbstmedikation gehen, der Freitag steht im Zeichen der arzneilichen Verwendung von Cannabis. Samstag ist dann – mittlerweile fast schon eine Tradition – PTA-Tag, hier stehen praxisrelevante Vorträge zum Beispiel zu Kopfschmerzen, Magen-Darm Beschwerden oder Schüßler-Salzen auf dem Programm.

NEU auf der pharma-world 2018: Zur Stärkung des Dialogs zwischen Besuchern und Ausstellern bietet die pharma-world 2018 ein neues Format an. In kurzen Fach-Interviews führen die pharma-world-Kuratoren Prof. Dr. Theo Dingermann und Prof. Dr. Manfred Schubert-Zsilavecz die Besucher mit ausgewählten Ausstellern zusammen und tauschen sich fachlich zu deren Produkten aus. Die Interviews finden Mittwoch bis Freitag in den Pausen des Vortragsprogramms statt. Es ist keine Voranmeldung nötig.

Moritz Helmstädter, Studium der Pharmazie an der Goethe-Universität Frankfurt, moderiert wieder die Vorträge informativ und unterhaltsam.

Die Fortbildungspunkte für die Vorträge der expopharm pharma-world sind bei der Bayerischen Landesapothekerkammer beantragt.

Die pharma-world finden Sie dieses Jahr in Halle B5, Stand G-14.

Vorträge auf der pharma-world
Datum Tag Von Bis Veranstaltung Sprecher Art
2018101010. Okt 2018 Mi 10:45 Uhr 11:15 Uhr Migräne-Update 2018 pharma-world
2018101010. Okt 2018 Mi 11:30 Uhr 12:00 Uhr Was hätte Dr. Schüßler geraten? Biochemische Zusatzempfehlungen für Rezeptkunden pharma-world
2018101010. Okt 2018 Mi 12:15 Uhr 12:45 Uhr NDMA in Valsartan-Präparaten – Faktencheck Oktober 2018 pharma-world
2018101010. Okt 2018 Mi 13:00 Uhr 13:45 Uhr Podiumsdiskussion: NDMA in Valsartan-Arzneimittel - Was kann und muss getan werden, um ähnliche Fälle in der Zukunft zu vermeiden? pharma-world
2018101010. Okt 2018 Mi 14:00 Uhr 14:30 Uhr Herausforderungen in der Versorgung von Migränepatienten mit Fokus auf die Zusammenarbeit zwischen Apothekern und Neurologen pharma-world
2018101010. Okt 2018 Mi 14:45 Uhr 15:15 Uhr Obstipation - Biorhythmus und Behandlung pharma-world
2018101010. Okt 2018 Mi 15:30 Uhr 16:00 Uhr Symptom-orientierte Beratung bei funktionellen Magen-Darm-Beschwerden pharma-world
2018101010. Okt 2018 Mi 16:15 Uhr 16:45 Uhr Defektur & Co.: Arzneimittel-Herstellung in der Apotheke pharma-world
2018101111. Okt 2018 Do 10:30 Uhr 11:15 Uhr Die Defektur lebt! pharma-world
2018101111. Okt 2018 Do 11:30 Uhr 12:00 Uhr Beeinträchtigt nächtliches Erwachen durch Husten die Lebensqualität? pharma-world
2018101111. Okt 2018 Do 12:15 Uhr 12:45 Uhr Chronischer Husten: Das ungelöste therapeutische Problem pharma-world
2018101111. Okt 2018 Do 13:00 Uhr 13:45 Uhr Podiumsdiskussion: Akuter und chronischer Husten - Was kann der Apotheker empfehlen? pharma-world
2018101111. Okt 2018 Do 14:00 Uhr 14:30 Uhr Immunmodulation durch Polysaccharide von Vitalpilzen pharma-world
2018101111. Okt 2018 Do 14:45 Uhr 15:15 Uhr Hustenmedikamente im Spannungsfeld zwischen pharmazeutischer Praxis und klinischer Evidenz pharma-world
2018101111. Okt 2018 Do 15:30 Uhr 16:00 Uhr Erkältung - Die Macht der Inneren Uhr pharma-world
2018101111. Okt 2018 Do 16:15 Uhr 16:45 Uhr Wirkstoffzuschlag bei der Kapselherstellung - Neue Erkenntnisse aus dem ZL pharma-world
2018101212. Okt 2018 Fr 10:45 Uhr 11:15 Uhr Einsatz von Nährstoffen und Pflanzen-Extrakten pharma-world
2018101212. Okt 2018 Fr 11:30 Uhr 12:00 Uhr Medizinalcannabisblüten - Versorgung und Handling im pharmazeutischen Alltag pharma-world
2018101212. Okt 2018 Fr 12:15 Uhr 12:45 Uhr Cannabis - Mittlerweile alles Routine? pharma-world
2018101212. Okt 2018 Fr 13:00 Uhr 13:45 Uhr Podiumsdiskussion: 1 ½ Jahre Cannabis in der Apotheke – eine Zwischenbilanz pharma-world
2018101212. Okt 2018 Fr 14:00 Uhr 14:30 Uhr Cannabis, Dronabinol und Co. - Fit in der Rezeptur pharma-world
2018101212. Okt 2018 Fr 14:45 Uhr 15:15 Uhr Was OTC (Kopf-)Schmerzmittel wirklich können: Eine evidenzbasierte Bewertung pharma-world
2018101212. Okt 2018 Fr 15:30 Uhr 16:00 Uhr Medikamentöse Unterstützung der Nasenfunktion pharma-world
2018101212. Okt 2018 Fr 16:15 Uhr 17:00 Uhr Podiumsdiskussion: Pharmazie-Studium - Chancen und Nebenwirkungen pharma-world
2018101313. Okt 2018 Sa 10:30 Uhr 11:00 Uhr Kopfschmerz durch Medikamentenübergebrauch - Wie bewerten Fachkreise die Risiken? pharma-world
2018101313. Okt 2018 Sa 11:15 Uhr 11:45 Uhr Schüßler-Salze: Stärken Sie Ihre Beratungskompetenz pharma-world
2018101313. Okt 2018 Sa 12:00 Uhr 12:30 Uhr Antibiotika vermeiden - gezielt beraten pharma-world
2018101313. Okt 2018 Sa 13:30 Uhr 14:00 Uhr Aktiv gegen Bluthochdruck: Update Guideline 2018 pharma-world
2018101313. Okt 2018 Sa 14:15 Uhr 14:45 Uhr Beeinträchtigung der Lebensqualität durch Darmbeschwerden pharma-world
2018101313. Okt 2018 Sa 15:00 Uhr 15:30 Uhr Rezeptur Live-Cooking // Gute Kapsel, schlechte Kapsel: Fehlervermeidung bei der gravimetrischen Kapselherstellung pharma-world

Die Teilnehmer der pharma-world

von HENNIG ARZNEIMITTEL

von Krewel Meuselbach

von Dr. Willmar Schwabe

von HENNIG ARZNEIMITTEL

von Krewel Meuselbach

von HENNIG ARZNEIMITTEL

von Norgine

von Alexander Pflüger

von Dr. Willmar Schwabe

von SANOFI

von HENNIG ARZNEIMITTEL

von Dr. Willmar Schwabe

von HENNIG ARZNEIMITTEL

von HENNIG ARZNEIMITTEL

von Norgine

Impressionen der pharma-world Ausstellung 2018:

expopharm 2018 pharma-world 

Impressionen der pharma-world Vorträge 2018:

expopharm 2018 Pharma-World

Faktencheck Valsartan

Eine potenziell krebsauslösende Substanz in Blutdruckmitteln, die täglich fast millionenfach genommen werden – wie konnte es soweit kommen? Auf Spurensuche nahm Professor Dr. Manfred Schubert-Zsilavecz die Besucher der Pharma-World bei der expopharm in München mit.

995 kam mit Losartan (Lorzaar® von MSD) der erste AT1-Rezeptorantagonist zur Therapie der Hypertonie auf den Markt. Nur ein Jahr später folgte Valsartan (Diovan® von Novartis, damals Ciba-Geigy). »Die Synthese läuft über mehrere Stufen und wird so noch immer von Novartis eingesetzt«, erklärte der Professor für Pharmazeutische Chemie von der Uni Frankfurt. Charakteristisch für Valsartan ist ein Tetrazolring, den nicht alle Sartane haben. Er entsteht erst im letzten Syntheseschritt durch eine 1,3-polare Cycloaddition, bei der ein Tributylzinnazid an die CN-Dreifachbindung einer Nitrilfunktion addiert wird.

Dabei können drei Varianten mit unterschiedlichen Substituenten als Verunreinigung entstehen, auf die laut Monographie des Europäischen Arzneibuchs zu prüfen ist. N-Nitrosodimethylamin (NDMA) kann so allerdings nicht entstehen, daher ist es in der Arzneibuch-Monographie auch nicht unter den zu prüfenden Substanzen aufgeführt.

Wie konnte das passieren?

2011 lief der Patentschutz für die Substanz ab. »Daraufhin hat der chinesische Wirkstoffhersteller Zhejiang Huahai Pharmaceuticals angefangen, Valsartan herzustellen«, so Schubert-Zsilavecz – und vermutlich festgestellt, dass die Ausbeute aus seiner Sicht beim Novartis-Verfahren zu gering und der Aufwand zu hoch sei.

2014 reichte Zhejiang Huahai dann ein Patent für einen anderen Syntheseweg für Valsartan ein, der eine höhere Ausbeute versprach. Dabei wird ein anderes, einfacheres Azid eingesetzt, das zur Addition allerdings drastischere Reaktionsbedingungen erfordert: Dimethylformamid als Lösungsmittel, Zinkchlorid und eine 13-stündige Inkubation bei 80 Grad sowie Natriumnitrit. Das Lösungsmittel zersetzt sich dabei in Spuren zu Dimethylamin, durch das zugesetzte Natriumnitrit kann das Nitrosamin NDMA entstehen.

»Das hätte man voraussehen können«, zitierte Schubert-Zsilavecz seine Kollegin Dr. Ulrike Holzgrabe, Professorin für Pharmazeutische Chemie an der Uni Würzburg. »Das zeigt: Ohne Chemie geht’s auch nicht, wenn man Arzneimittel-Experte sein will«, sagte Schubert-Zsilavecz und bezog sich dabei in erster Linie auf die Kollegen in der Pharmaindustrie und bei den Behörden.

Wer trägt nun die Verantwortung?

In erster Linie wohl der Wirkstoffhersteller. Er muss entsprechend der Regeln der Good Manufacturing Practise (GMP) herstellen. »Dazu gehört, dass nach bestem Wissen und Gewissen synthetisiert und analysiert wird«, erklärte Schubert-Zsilavecz. »Ich hoffe sehr für das Unternehmen, dass es zeigen kann, dass es kein grober Vorsatz war.« Dies müsse noch geprüft werden. Der Verdacht liegt nahe, da der Skandal erst durch einen anonymen Hinweis ans Licht kam – nicht vom Wirkstoffhersteller selbst. Dem Zulassungsinhaber und auch den Behörden war bis zum Sommer 2018 nichts aufgefallen. Schubert-Zsilavecz hält es zumindest für verwunderlich, dass nie verdächtige Chromatogramme bemerkt worden sind.

2016 sei das European Directorate for the Quality of Medicines & Healthcare (EDQM) über das geänderte Syntheseverfahren informiert worden. Diese EU-Behörde ist unter anderem verantwortlich für die europäische Pharmakopoe und stellt sogenannte »Certificates of Suitability of Monographs of the European Pharmacopoiea« (CEP) aus, wenn Herstellungs- und Kontrollprozesse denen der Arzneibuchmonographie entsprechen, erläuterte Schubert-Zsilavecz. Dieses Zertifikat erhielt Zhejiang Huahai auch. Bis dahin hat der Produzent theoretisch nur Valsartan nach der Novartis-Synthese nach Europa liefern dürfen.

Laut EDQM sei aus den eingereichten Unterlagen nicht zu erkennen gewesen, dass bei der geänderten Synthese NDMA entsteht. Auch im Rahmen von Kontrollbesuchen sei das Problem nicht aufgefallen. Hätte hier der Antrag mit mehr Sachverstand geprüft werden müssen?

Verantwortung tragen auch die Zulassungsinhaber der Fertigarzneimittel, also die endfreigebenden Hersteller, meint Schubert-Zsilavecz. Diese beziehen sich auf das EDQM-Zertifikat, das derzeit fast wie ein Blankoschein sei. Sie erhalten von ihren Lieferanten eine »Active Substance Master File«(ASMF), allerdings nur einen Teil: den offenen mit Details zur Analyse und Qualitätskontrolle.

Den vertraulichen Teil mit dem genauen Syntheseweg erhält der endfreigebende Hersteller dagegen nicht; dieser ist nur für die Zulassungsbehörde sichtbar. Dass NDMA entsteht, konnten die Generika-Hersteller also höchst wahrscheinlich nicht erkennen. »Hier gibt es eine Transparenzlücke, die geschlossen werden muss«, so Schubert-Zsilavecz.

So ganz aus der Verantwortung könnten sich die Zulassungsinhaber aber nicht reden: Sie sind verpflichtet zur Durchführung von Inspektionen und Lieferantenqualifizierung. Eine rechtliche Aufarbeitung dieser komplizierten, ineinander greifenden Gemengelage über Kontinente hinweg dürfte schwierig werden.

Was muss sich ändern?

Es gelte, die Frage zu stellen, wie die Aufsichtsbehörden auf Länder-, Bundes- und internationaler Ebene gestärkt und koordiniert werden können, damit sich ein solcher Fall wie beim Valsartan nicht wiederhole. Auch das EDQM müsse seine bisherige Arbeit evaluieren, ob es Nachbesserungsmöglichkeiten gibt, um beispielsweise Fehler bei der Ausstellung der CEP-Zertifikate zu verhindern. Zudem sei der Umfang und die Qualität der Inspektionen bei den Lieferanten zu überdenken. Auf allen Ebenen mangele es an Transparenz.

Auch müsse über den Kostendruck auf die Hersteller gesprochen werden, meint Schubert-Zsilavecz. Angesichts von 13 Cent pro Tagesdosis für ein lebenswichtiges, unbestreitbar wirksames Medikament (noch vor weiteren Abzügen durch Rabatte!) müsse man einsehen, dass die Preise nicht beliebig gesenkt werden können im Hinblick auf die Trias der Arzneimittelzulassung, die auf Wirksamkeit, Unbedenklichkeit und Qualität fußt. »Solch niedrige Preise können wir uns nicht leisten«, warnte der Apotheker.

Berichterstattung Daniela Hüttemann / PZ