Welche Wirkstoffe eignen sich zu Linderung akuter Hustenbeschwerden? Die Beantwortung dieser Frage fällt trotz breiter Palette an Therapieoptionen mitunter nicht leicht. So sei die Datenlage aus klinischen Studien zu den verschreibungspflichtigen Antitussiva Codein und Dihydrocodein „übersichtlich“, obwohl es jahrelange praktische Erfahrungen mit der Anwendung gebe, sagte Professor Dr. Manfred Schubert-Zsilavecz, Universität Frankfurt am Main, in seinem Vortrag auf der pharma-world der expopharm.

Eher unübersichtlich ist hingegen der Bereich der pflanzlichen Expektoranzien. „Es bedarf der Expertise und Recherche, um herauszufinden, was zu empfehlen ist,“ erläuterte Schubert-Zsilavecz weiter. Einige Beispiele: Produkt-spezifische Daten liegen demnach für Eukalyptusöl-haltige Arzneimittel vor. „Sie rechtfertigen einen indikationsgemäßen Einsatz nach den Kriterien der evidenzbasierten Medizin“, so der Referent. Zur klinischen Wirksamkeit von Efeu-Zubereitungen wurde eine Vielzahl von Daten veröffentlicht. Diese belegten die Wirksamkeit von Efeu-Extrakten bei akuten und chronischen Bronchitiden; allerdings hatten einige Studien Mängel im Design. Für den ethanolischen Extrakt EPs 7630 aus Pelargonium sidoides liegen Daten aus acht klinischen Studien vor, die den indikationsgemäßen Einsatz des Arzneistoffes rechtfertigen. Wichtig sei, die einzelnen Extrakte hinsichtlich der Evidenz stets differenziert zu betrachten, betonte Schubert-Zsilavecz.

Keine zugelassenen Arzneimittel gibt es hingegen zur Behandlung des chronischen Hustens. Neue Erkenntnisse zur Pathophysiologie haben jedoch zur Entwicklung potenzieller Arzneistoffe geführt. Schubert-Zsilavecz nannte unter anderem P2X2/3-Antagonisten und stufte sie als erfolgversprechend ein. Ihre Wirkung beruht darauf, im Lungengewebe pathophysiologisch erhöhte ATP-Konzentrationen zu senken und damit die Hustenreizschwelle anzuheben. Der P2X2/3-Antagonist Cefapixant befindet sich in der späten Phase der klinischen Zulassung.