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pharma-world | COPD: Pelargonium-Extrakt in Schweizer Leitlinie aufgenommen

Extrakte aus den Wurzeln der blühenden Pflanze Pelargonium sidoides sind wirksam in der Behandlung oberer Atemwegsinfektionen und der akuten Bronchitis. Möglicherweise können sie auch die Behandlung von Patienten mit chronisch obstruktiver Lungenerkrankung (COPD) unterstützen. So wurde der Pelargonium-sidoides-Extrakt EPs® 7630 in der kürzlich erfolgten Aktualisierung der Schweizer COPD-Leitlinien berücksichtigt. Die Behandlungsempfehlungen wurden in der Zeitschrift «Respiration» publiziert.

Die Sicherheit und Wirksamkeit des Extraktes EPs® 7630 in der Behandlung von Patienten mit stabiler COPD GOLD II/III wurde in einer multizentrischen, placebokontrollierten Doppelblindstudie gezeigt. Danach verlängerte der Extrakt die mediane Zeit bis zur Exazerbation im Vergleich zu Placebo (57 vs. 43 Tage; p = 0,005). Die Zahl der moderaten Exazerbationen während der Behandlungszeit ist in der Verum-Gruppe signifikant geringer als in der Placebogruppe (0,38 [SD 0,53] vs. 0,86 [0,68]; p < 0,001). Die Behandlung mit führte auch zu einer Verringerung des Antibiotika-Einsatzes und einer Verbesserung der Lebensqualität. Weitere Studien sind erforderlich, um die Wirksamkeit bei Patienten mit COPD zu bestätigen.

In Deutschland ist der Extrakt EPs® 7630 in Umckaloabo® enthalten und zur Behandlung der akuten Bronchitis zugelassen.

Literatur: Stolz D et al.,Diagnosis, Prevention and Treatment of Stable COPD and Acute Exacerbations of COPD: The Swiss Recommendations 2018. Respiration. 2018 Aug 23:1-17. doi: 10.1159/000490551.

Mehr zum Thema Hustenerkrankungen und Extrakte aus Pelargonium sidoides gibt es am Stand von Dr. Willmar Schwabe und in den Vorträgen der pharma-word.

pharma-world | COPD: Pelargonium-Extrakt in Schweizer Leitlinie aufgenommen2018-09-24T13:13:12+00:00

pharma-world | Migräne: Erster Antikörper zur Prophylaxe zugelassen

Es ist eine doppelte Premiere: Mit Erenumab wurde im Juli der erste monoklonale Antiköper zur Vorbeugung von Migräneattacken zugelassen – und damit das erste spezifische Migräne-Prophylaktikum überhaupt, denn andere Arzneimittel in diesem Bereich werden off label eingesetzt. Die Markteinführung ist im November geplant.

Zum Hintergrund: Erenumab blockt spezifisch den Calcitonin Gene-related Peptide (CGRP)-Rezeptor. CGRP ist ein Neuropeptid, das vermutlich bei Migräneattacken die Schmerzsignale weiterleitet und gefäßerweiternd wirkt. Beim Beginn einer Attacke sind die CGRP-Spiegel erhöht; sie sinken wieder auf Normalniveau, wenn die Attacke beendet ist. Infundiert man Probanden CGRP, löst dies migräneähnliche Kopfschmerzen aus.

In Studien zu Erenumab mit rund 2600 Teilnehmern sank bei Patienten mit chronischer Migräne (im Schnitt 18 Tage pro Monat), die bereits erfolglos mit anderen Medikamenten prophylaktisch behandelt wurden, die Zahl der Migränetage je nach Dosis und Vorbehandlung um 2,5 bis 4,3 Tage. 34,7 Prozent erreichten unter 70 mg Erenumab eine Reduktion um mindestens 50 Prozent gegenüber 17,3 Prozent unter Placebo. Auch bei Patienten mit episodischer Migräne (im Schnitt acht Tage pro Monat) zeigte sich eine Schutzwirkung. Sie litten unter 140 mg Erenumab 2,5 Tage und unter 70 mg Erenumab 2,0 Tage weniger unter Migränekopfschmerz als die Patienten der Placebogruppe.

Mehr zum Thema Migräne-Therapie und -Prophylaxe gibt es in den Vorträgen der pharma-world und bei Aussteller Novartis Pharma.

pharma-world | Migräne: Erster Antikörper zur Prophylaxe zugelassen2018-09-24T13:23:03+00:00

pharma-world | Kümmelöl-Pfefferminzöl-Kombination bessert funktionelle Verdauungsbeschwerden

In der Beratung lässt sich häufig nicht zweifelsfrei zuordnen, ob die Symptome funktioneller Verdauungsbeschwerden eher durch den Magen oder eher durch den Darm verursacht werden. Der Grund: Die Beschwerdebilder der entsprechenden Erkrankungen überlappen sich in weiten Bereichen. Beratung und Empfehlung richten sich daher nach dem Leitsymptom, sofern Warnsymptome eine Selbstmedikation nicht aussschließen. Eine kürzlich veröffentlichte deskriptive Subgruppenanalyse zeigt auf Basis vorliegender randomisierter Doppelblindstudien, dass eine Kombination aus Kümmelöl und Pfefferminzöl die Symptome funktioneller Verdauungsbeschwerden besser lindert als Placebo.

In die Analyse eingeschlossen wurden Patienten mit funktioneller Dyspepsie, bei denen typische Reizdarm-Symptome wie Druck-, Schwere- und Völlegefühl, Flatulenz und Diarrhö auftraten. Drei Studien mit insgesamt 376 Patienten waren für die Analyse geeignet. 30 % der Patienten (n = 111) litten an einer begleitenden Reizdarmsymptomatik. Unter der Pfefferminzöl-Kümmelöl-Kombination war die Verbesserung der Symptome Druck-, Schwere- und Völlegefühl sowie Flatulenz etwa doppelt so stark ausgeprägt wie unter Placebo.

Quellen:
Madisch A et al. (2018). Effectiveness of Menthacarin on symptoms of irritable bowel syndrome. Wien. Med. Wochenschr. http://dx.doi.org/10.1007/s10354-018-0635-1

Mehr zum Thema Magen und Darm gibt es in den Vorträgen der pharma-world. Weitere Informationen zur Pfefferminzöl-Kümmelöl-Kombination bei funktionellen Verdauungsbeschwerden erhalten expopharm-Besucher am Stand von Dr. Wilmar Schwabe auf dem pharma-world-Areal.

pharma-world | Kümmelöl-Pfefferminzöl-Kombination bessert funktionelle Verdauungsbeschwerden2018-09-17T11:17:46+00:00

pharma-world | Bluttest liest die innere Uhr ab

Einen Test auf bestimmte Biomarker im Blut, mit denen sich die innere Uhr des Menschen ablesen lässt, haben Wissenschaftler der Charité – Universitätsmedizin Berlin entwickelt. Damit lässt sich unabhängig etwa von Selbstauskünften der jeweiligen Person feststellen, ob diese zum Spät- oder zum Frühtyp neigt, also eher eine „Nachtigall“ oder eine „Lerche“ ist. Der Hintergrund: Viele Arzneimittel zeigen in Abhängigkeit von der inneren Uhr eine unterschiedlich starke Wirkung – je nachdem, zu welcher Uhrzeit sie eingenommen werden und zu welchem Chronotyp der Patient gehört.

„Eine Therapie unter Berücksichtigung der Tageszeit wurde bislang wegen einer fehlenden Diagnostik der Innenzeit selten angewandt. Wir denken, dass dieser erste objektive Test dazu beitragen wird, dass die Tageszeit bei Therapie und Diagnose viel mehr an Bedeutung gewinnen wird,“ sagte Professor Dr. Achim Kramer in einer Pressemitteilung der Hochschule. In klinischen Folgestudien wollen die Wissenschaftler nun die Wirksamkeit einer personalisierten Chronotherapie nachweisen.

Hier geht es zur Studie und zu einem Beitrag in der Pharmazeutischen Zeitung.

Um die Einflüsse der inneren Uhr geht es auch in verschiedenen Vorträgen der pharma-world, zum Beispiel auf das Verdauungssystem.

pharma-world | Bluttest liest die innere Uhr ab2018-09-17T11:18:40+00:00

pharma-world | Ginkgo biloba: Neue Studie zu Wirkmechanismen

Welche der zahlreichen Inhaltsstoffe in pflanzlichen Extrakten für die jeweiligen Wirkungen verantwortlich sind, ist Gegenstand intensiver Forschung. Eine aktuelle Studie zu den Inhaltsstoffen des Ginkgo-Spezialextraktes EGb 761 wurde kürzlich veröffentlicht. Gegenstand dieser Studie war die Hemmung des Enzyms Acetylcholinesterase durch Inhaltsstoffe des Ginkgo-Extraktes. Docking-Analysen zeigten hierbei, das vier Ginkgo-Flavone starke Interaktionen mit der humanen Acetylcholinesterase eingehen. Am stärksten interagierte Diosmetin, gefolgt von Luteolin, Apigenin und Isorhamnetin. Acetylcholinesterase spielt eine Rolle bei der raschen Übertragung von Nervenimpulsen.
In silico, also mittels Computer-Simulation, wurde bereits in einer früheren Studie Chymase als möglicher Interaktionspartner von Proanthocyanidin aus dem Ginkgo-Extrakt identifiziert. Chymase spielt unter anderem bei Entzündungsvorgängen eine Rolle.

Mehr zum Thema Phytopharmaka gibt es in den Vorträgen der pharma-world der expopharm 2018 in München. Mehr zum Ginkgo-Spezialextrakt EGb 761 gibt es am Stand von Dr. Willmar Schwabe auf dem Areal der pharma-world.

pharma-world | Ginkgo biloba: Neue Studie zu Wirkmechanismen2018-09-17T11:19:25+00:00

pharma-world | Die aktuellen Schwerpunkte 2018

Die Vorbereitungen zur pharma-world der expopharm 2018 laufen auf Hochtouren. Drei Schwerpunkte auf der pharma-world-Bühne sind bereits jetzt bekannt. So soll es in den Vorträgen am Donnerstag vor allem um das Thema Husten und seine Behandlung im Rahmen der Selbstmedikation gehen. Ganz anders am Freitag: An diesem Tag stehen unterschiedliche Aspekte zur arzneilichen Verwendung von Cannabis-Produkten im Vordergrund: von der Abgabe in der Apotheke bis hin zur Anwendung durch den Patienten. Am Samstag ist PTA-Tag. Auf dem Programm stehen an diesem Tag praxisrelevante Vorträge zu häufigen Beratungsthemen in der Apotheke, unter anderem zu Kopfschmerzen, Magen-Darm-Beschwerden und zu Schüßler-Salzen.

pharma-world | Die aktuellen Schwerpunkte 20182018-09-17T13:10:00+00:00

pharma-world | Kopflaus-Behandlung – Auf die korrekte Anwendung achten (Video)

Oft liegt es an Anwendungsfehlern, wenn sich nach einer Kopflaus-Behandlung im Haar immer noch Läuse finden lassen. Darauf wies Apotheker Lars Peter Frohn in seinem Vortrag auf der pharma-world hin. In der Beratung sollte daher die korrekte Anwendung des Läusemittels im Vordergrund stehen, bei der es von Produkt zu Produkt erhebliche Unterschiede gebe.

Eine zu kurze Einwirkdauer, zu sparsames Aufbringen des Mittels oder eine ungleichmäßige Verteilung im Haar nannte der Referent als besonders häufige Fehler. Anwender sollten darüber hinaus darauf achten, ob das Läusemittel auf triefnasses oder nur feuchtes Haar aufgebracht werden muss. So könnte das Mittel zu stark verdünnt werden, wenn eine Anwendung auf feuchtem Haar vorgesehen ist, diese dann aber auf sehr nassem Haar erfolgt.

Das Robert-Koch-Institut empfiehlt außerdem, die Behandlung an den Tagen 8 und 15 nach der Erstbehandlung zu wiederholen. Dies ist besonders wichtig, wenn das verwendete Mittel Nissen nicht zuverlässig abtötet. Aus diesen schlüpft nach durchschnittlich acht Tagen die neue Läuse-Generation. „Manchmal schlüpfen sie sogar erst nach 15 Tagen“, so Frohn.

pharma-world | Kopflaus-Behandlung – Auf die korrekte Anwendung achten (Video)2018-09-17T12:47:40+00:00

pharma-world | Phytopharmaka: Empfehlungen bei wiederkehrenden Magen-Darm-Beschwerden (Video)

Oberhalb oder unterhalb der Gürtellinie – die Lokalisation der Beschwerden gibt wichtige Hinweise auf deren Ursache. Während bei Symptomen oberhalb der Gürtellinie meist der Magen infrage komme, sei bei Beschwerden unterhalb der Gürtellinie häufiger der Darm der Auslöser, erläuterte Apotheker Dr. Christian Ude, Darmstadt, in seinem Vortrag auf der pharma-world in Düsseldorf. Auch die Symptome selbst geben Hinweise: Sodbrennen und Aufstoßen sprechen für einen Reizmagen, Durchfall und Verstopfung eher für ein Darm-Problem. Aber es gibt auch Überschneidungen. So treten Schmerzen, Krämpfe, Blähungen und Völlegefühl sowohl bei funktionellen Magen- als auch bei funktionellen Darmerkrankungen auf.

Nicht ohne Grund gehören Pfefferminz und Kümmel sowie entsprechende Kombinationen zu den am häufigsten angewendeten Arzneipflanzen. So relaxiert Menthol, der wichtigste Bestandteil des Pfefferminzöls, über verschiedene Mechanismen gastrointestinale Muskelzellen. Jedoch ließen sich nicht alle Effekte durch Menthol erklären, so Ude weiter. Es müssen weitere wirksamkeitsbestimmende Inhaltsstoffe vorhanden sein. Carvon und Limonen stellen die wirksamen Substanzen des Kümmels dar. Er hilft gegen Blähungen und Völlegefühl.

„Der Mehrwert der Apotheke besteht darin, für den Patienten ein qualitativ hochwertiges und wirksames Produkt auszuwählen“, schloss Ude. Dabei gelte es, mit gezielten Fragen die Symptome sowie deren Lokalisation und Dauer abzuklären, aber auch auf mögliche Warnzeichen zu achten, um dem Patienten gegebenenfalls zum Arztbesuch zu raten.

pharma-world | Phytopharmaka: Empfehlungen bei wiederkehrenden Magen-Darm-Beschwerden (Video)2018-09-17T12:49:11+00:00

pharma-world | Alles vernetzt in der Apotheke (Video)

Von der Kasse im HV über das Schmelzpunkt-Messgerät im Labor bis hin zur Waage in der Rezeptur: alles miteinander vernetzt. Wie die Herstellung und Dokumentation von Rezepturen zukünftig leichter und schneller ablaufen könnten, erläuterten die Apothekerinnen Christina Herrmann und Susanne Funke, auf der pharma-world der expopharm an einem konkreten Beispiel. Beide arbeiten neben ihrer Tätigkeit für pharma4u in öffentlichen Apotheken.

Bereits beim Einscannen eines Rezeptes würde dann das System merken, wenn eine Rezeptur verordnet ist und unverzüglich mitteilen, ob alle Bestandteile und Packmittel vorrätig und bereits geprüft sind, führte Christina Herrmann. Falls nicht, könnte per Knopfdruck gleich eine Bestellung ausgelöst werden. Auch ob die Plausibilitätsprüfung bereits erfolgt ist, wäre sofort ersichtlich und die Frage des Patienten, wann er sein angefertigtes Arzneimittel abholen könne, ließe sich schnell beantworten. Herstellungs- und Prüfvorschriften wären bereits hinterlegt, und die entsprechenden Protokolle ebenfalls schnell ausgefertigt, denn Daten aus der Warenwirtschaft oder Prüfergebnisse aus dem Labor und der Rezeptur – etwa der gemessene Schmelzpunkt oder Einwaagedaten – würde das System automatisch übernehmen, wenn alle Geräte miteinander kommunizieren. Aus der Herstellungsvorschrift erfährt das Rührsystem, mit welcher Geschwindigkeit und wie lange die Salbe gerührt werden muss.

Zukunftsmusik? „Manches ja“, so die Referentinnen, doch manches gehe auch heute bereits.

pharma-world | Alles vernetzt in der Apotheke (Video)2018-09-17T12:50:48+00:00

pharma-world | Umgang mit der Dronabinol-Rezeptur (Video)

Beim Arbeiten mit Dronabinol sollte man dessen wichtigste physikochemische Eigenschaften kennen, sagte Apotheker Dr. Christian Ude in seinem Vortrag auf der pharma-world. Die Rezeptursubstanz, die dem wirksamkeitsbestimmenden Cannabis-Inhaltsstoff (-)-trans-Δ9Tetrahydrocannabinol (THC) entspricht, erlaubt die Herstellung von öligen Tropfen und Kapseln mit definierter THC-Menge. Die problematische Verwendung von Blüten hatte Professor Dr. Theo Dingermann in seinem Vortrag am Mittwoch erläutert.

Dronabinol ist eine hellgelbe, bei Raumtemperatur ölige bis harzige Masse. Es ist löslich in Ethanol und fetten Ölen, nicht aber in Wasser. Die empfindliche Substanz muss dicht verschlossen, gegebenenfalls unter Inertgas, vor Licht geschützt und bei Raumtemperatur gelagert werden. Drei wichtige Punkte beim Arbeiten: Dronabinol wird leicht durch Luftsauerstoff oxidiert, daher muss man schnell arbeiten. Es ist temperaturempfindlich, daher muss man den erforderlichen Fön mit Vorsicht einsetzen. Bei Verwendung eines Wasserbades muss man vermeiden, dass Wasser in die Zubereitung gerät.

Auch den Patienten sollte man einige wichtige Hinweise im Umgang mit ihrem Arzneimittel mitgeben, riet Ude weiter. So dürften sie ihre Tropfen nicht mit Wasser verdünnt einnehmen, da die in Wasser unlösliche Substanz als Film im Glas zurückbleiben könnte und es so zu einer Unterdosierung kommen kann. Die Einnahme sollte „standardisiert“ – also unter immer gleichen Bedingungen – erfolgen, im Idealfall vor dem Essen. Die Tropfen dürfen außerdem nicht im Kühlschrank aufbewahrt werden.

pharma-world | Umgang mit der Dronabinol-Rezeptur (Video)2018-09-17T12:51:47+00:00