expopharm

pharma-world: Ausblick auf die Highlights

Während der Expopharm vom 25. bis 28. September in Düsseldorf findet in der Pharma-World wieder täglich ein hochkarätiges Vortragsprogramm statt. Mitorganisator Professor Theo Dingermann berichtet im Interview über das Programm und seine Highlights.

Avoxa: Auf welche Themenschwerpunkte kann sich der Besucher diesmal freuen?

Dingermann: Die Pharma-World eröffnet mit einem Vortrag , der viele interessieren könnte: »Gesundes Älterwerden – Was steckt in der Antiaging Pipeline?« Danach steht das Thema Schlaf im Mittelpunkt, das im Beratungsalltag von großer Bedeutung ist. Der Donnerstag ist schwerpunktmäßig den Antibiotika gewidmet. In Vorträgen und in einer Podiumsdiskussion wird das wichtige Thema umfassend behandelt. Den Freitag kann man getrost mit »Cannabis-Tag« überschreiben. An diesem Tag kann man sehr viel lernen. Eine kleine Auswahl der Themen lässt die Vielfalt erkennen: »Cannabis – Eindrücke aus Kanada«, »Medizinalcannabis – Die fünf wichtigsten Aspekte zum Umgang mit Blüten in Ihrer Apotheke«, »Cannabis- und Cannabinoid-Rezepturarzneimittel – in der Apotheke ›Business as usual‹« und mehr. Zudem wird die Zubereitung einer Dronabinol-Rezeptur live demonstriert. Und der Samstag wird in bewährter Weise wieder als PTA-Tag organisiert. Dabei bildet die Rezeptur ein Schwerpunktthema. Zwei Live-Cooking-Slots stehen im Programm. Dabei wird unter anderem die gravimetrische Kapselherstellung live demonstriert.

Avoxa: Was sind Ihre persönlichen Highlights?

Dingermann: Für mich bildet der Cannabis-Tag einen Höhepunkt. Er bietet die Gelegenheit für jeden, der noch keine feste Meinung zum Cannabiseinsatz in der Medizin hat, sich noch einmal genau zu informieren. Schließlich ist es das Besondere an dem Pharma-World-Format, dass man kommen und gehen kann wie man will, um so den Messebesuch mit einer Prise individueller Fortbildung zu kombinieren. Einen Anreiz für einen Besuch bildet sicher auch die Möglichkeit, das eigene Fortbildungskonto aufzustocken. Denn alle Vorträge sind bei der Apothekerkammer Nordrhein akkreditiert.

»Das Besondere am Pharma-World-Format ist, dass man kommen und gehen  kann wie man will, um den Messebesuch mit einer Prise individueller Fortbildung zu kombinieren.« Professor Theo Dingerman

Avoxa: Die Pharma-World gibt es seit 2013. Wie haben sich Vortrags­programm und Ausstellung bis heute entwickelt?

Dingermann: Die Pharma-World ist als ein niederschwellig zugängiges Fortbildungsformat auf einer Industriemesse zu sehen. Hier hält man inne, trinkt einen Kaffee und lauscht Vorträgen, die meist sehr renommierte

Experten präsentieren. Zudem ist das Format als Ideen­geber für vertiefende Besuche bei den Ausstellern gedacht. Dass das Pharma-World-Format sehr erfolgreich ist, ist unter anderem auch dadurch dokumentiert, dass auf der Bühne bisher 179 Vorträge und 26 Podiumsdiskussionen präsentiert wurden. Seit letztem Jahr bieten wir zudem geführte Besuche bei den Firmen an, die ihre Produkte im Bereich der Pharma-World präsentieren. Sicherlich zählen auch die Podiumsdiskussionen zu den Highlights, denn hier diskutieren Experten miteinander. Sie kommen aus ganz unterschiedlichen Bereichen: der pharmazeutischen Industrie, der Politik, den Krankenkassen, der Medizin und natürlich auch aus der Apothekerschaft. Wer hier diskutiert, verrät ein Blick ins Programmheft zur Pharma-World, das online unter expopharm.de zu finden ist.

Avoxa: Die Vorträge der vergangenen Jahre sind ja auch als Video auf Youtube verfügbar – warum lohnt sich trotzdem der Weg nach Düsseldorf?

Dingermann: Live einem Event beizuwohnen, ist immer etwas anderes, als die Information aus der Konserve zu beziehen. Und dennoch haben auch die Videos ihren Wert. Es gehört heute schon fast zum Standard, wertvolle Information zu archivieren und jederzeit an jedem Ort abrufbar vorzuhalten. Diesem wichtigen Trend wollen natürlich auch wir uns nicht verschließen.

Beitrag erschienen in Pharmazeutischer Zeitung Ausgabe 28/ 11.07.2019

pharma-world: Ausblick auf die Highlights2019-07-15T13:58:41+02:00

Cannabis, Personal und digitale Kundenbindung stehen im Fokus

Mit der expopharm und dem Deutschen Apothekertag ist auch in diesem Jahr wieder ein wichtiger Termin für Apotheker und die Pharma-Branche gesetzt. Vom 25. bis 28. September präsentiert Europas größte und wichtigste Fachmesse rund um den Apothekenmarkt aktuelle pharmazeutische und berufspolitische Themen in den Hallen der Messe Düsseldorf.

In diesem Jahr wird das Vortragsprogramm erheblich erweitert. Das Thema »Digitale Kundenbindung« ist in verschieden Formaten auf der Messe präsent. Im Vorfeld beteiligten sich Aussteller, Apotheker und Vordenker an einem „Call for Ideas“. Als Ideengeber, die im Markt etwas bewegen und ihre Erfahrungen teilen wollen, haben sie sich in das viertägige Bühnen- und Workshop-Programm eingebracht. Es werden unter anderem Impulsvorträge, Workshops, Gesprächsrunden und Live-Coachings angeboten. Einen ersten Einblick in das umfangreiche Programm finden Sie hier.

Darüber hinaus fördert die expopharm in diesem Jahr explizit innovative Gründer. Zahlreiche Startups präsentieren sich bei den Newcomer Days zum ersten Mal dem Fachpublikum. Am Donnerstag, den 26. September, wird zudem der expopharm »Rheinland-Pitch«-Special ausgetragen. Bei diesem größten Start-up-Wettbewerb Deutschlands haben fünf Unternehmer die Chance, ihre Geschäftsidee auf der großen Bühne der expopharm einem internationalen Fachpublikum schmackhaft zu machen. Der Rheinland-Pitch findet in Kooperation mit dem Start-up Inkubator und Accelerator Startplatz statt.

Viele Apotheker beschäftigt die Frage, wie sie neue Mitarbeiter finden und bestehende an sich binden. Daher steht das Thema »Personal« im Mittelpunkt zahlreicher Vorträge. Ein weiterer Schwerpunkt in Bezug auf das »Apothekenmanagement« ist die Existenzgründung, die an einem eigenen Thementag gründlich beleuchtet wird. Die pharmazeutischen Inhalte kommen ebenfalls nicht zu kurz: Auf der pharma-world werden über vier Tage verteilt insgesamt mehr als 30 hochkarätige wissenschaftliche Vorträge angeboten. Am Freitag, den 27. September, wird Cannabis ein Schwerpunkt-Thema sein, am Samstag steht die Rezeptur auf dem Programm.

Seit März 2017 darf medizinisches Cannabis an Patienten verschrieben werden. Im Jahr 2018 lieferten die Apotheken schon rund 95.000 Rezepte mit mehr als 145.000 Abgabeeinheiten Cannabis-haltiger Zubereitungen aus. Für Apotheker und PTA ergibt sich hier ein völlig neuer Themenkomplex – und viele dringende Fragen. Die wichtigsten Antworten gibt der Mittwoch, 25.09.2019 im inspirationLAB und der Freitag, 27.9.2019 auf der pharma-world. Vorträge, Diskussionen und Workshops sorgen für Sicherheit im Umgang mit Firmen, Produkten und rechtlichen Vorschriften. Einen Einblick in das Cannabis-Programm finden Sie hier.

Freuen Sie sich auf die expopharm 2019 und ein umfassendes und spannendes Vortragsprogramm, das derzeit beständig erweitert wird.

Für Besucher der expopharm ist die Teilnahme an sämtlichen Vorträgen, Rundgängen, Workshops, Diskussionsrunden und Seminaren im Messeticket bereits enthalten. Bitte beachten Sie, dass aufgrund von limitierten Plätzen bei einigen Veranstaltungen wie z.B. Rundgänge eine frühzeitige Reservierung über den Ticket-Shop empfohlen wird.

Cannabis, Personal und digitale Kundenbindung stehen im Fokus2019-07-11T13:44:14+02:00

pharma-world | Vitalpilze: Neu auf der pharma-world

Vitalpilze sind Bestandteil der traditionellen chinesischen Medizin, in den Apotheken und auf der pharma-world zählten sie bisher zu den Exoten. Was Vitalpilze möglicherweise bewirken und auf welche Weise dies geschehen könnte, waren zentrale Fragen sowohl des pharma-world-Vortrages von Heilpraktiker Alexander Baur-Schall als auch des Fachinterviews am Stand von Hennig Arzneimittel, das von Professor Dr. Theo Dingermann, Frankfurt am Main, moderiert wurde.

Insbesondere die enthaltenen Polysaccharide sehe man als zentrale Bestandteile für die Effekte an, erläuterte Baur-Schall im Vortrag und im anschließenden Interview. Sie seien in der Lage, das Immunsystem modulierend zu beeinflussen. Die Mechanismen sind bisher weitgehend unbekannt. Denkbar sei ein Effekt auf das Darmmikrobiom und auf die Peyer-Plaques – zusammenhängenden Lymphfollikeln, die sich im gesamten Dünndarm befinden, vor allem im Krummdarm und im Wurmfortsatz, sagte Dingermann. Polysaccharide könnten dabei möglicherweise „wie ein Externum“ verhalten, also prä- oder probiotisch, aber ohne dass eine Resorption stattfinde. Dennoch sei eine Reaktion des „größten Immunorgan des Körpers“ vorstellbar. Es spreche daher nichts gegen einen Heilversuch. Wichtig sei, ein Ziel hinsichtlich des Effektes und des Zeitraumes zu setzen, um zu überprüfen, ob man auf den Einsatz anspreche.

Den vollständigen Vortrag von Alexander Baur-Schall gibt es im Video.

pharma-world | Vitalpilze: Neu auf der pharma-world2019-05-29T09:29:23+02:00

pharma-world | Hustenmedikamente im Spannungsfeld

Welche Wirkstoffe eignen sich zu Linderung akuter Hustenbeschwerden? Die Beantwortung dieser Frage fällt trotz breiter Palette an Therapieoptionen mitunter nicht leicht. So sei die Datenlage aus klinischen Studien zu den verschreibungspflichtigen Antitussiva Codein und Dihydrocodein „übersichtlich“, obwohl es jahrelange praktische Erfahrungen mit der Anwendung gebe, sagte Professor Dr. Manfred Schubert-Zsilavecz, Universität Frankfurt am Main, in seinem Vortrag auf der pharma-world der expopharm.

Eher unübersichtlich ist hingegen der Bereich der pflanzlichen Expektoranzien. „Es bedarf der Expertise und Recherche, um herauszufinden, was zu empfehlen ist,“ erläuterte Schubert-Zsilavecz weiter. Einige Beispiele: Produkt-spezifische Daten liegen demnach für Eukalyptusöl-haltige Arzneimittel vor. „Sie rechtfertigen einen indikationsgemäßen Einsatz nach den Kriterien der evidenzbasierten Medizin“, so der Referent. Zur klinischen Wirksamkeit von Efeu-Zubereitungen wurde eine Vielzahl von Daten veröffentlicht. Diese belegten die Wirksamkeit von Efeu-Extrakten bei akuten und chronischen Bronchitiden; allerdings hatten einige Studien Mängel im Design. Für den ethanolischen Extrakt EPs 7630 aus Pelargonium sidoides liegen Daten aus acht klinischen Studien vor, die den indikationsgemäßen Einsatz des Arzneistoffes rechtfertigen. Wichtig sei, die einzelnen Extrakte hinsichtlich der Evidenz stets differenziert zu betrachten, betonte Schubert-Zsilavecz.

Keine zugelassenen Arzneimittel gibt es hingegen zur Behandlung des chronischen Hustens. Neue Erkenntnisse zur Pathophysiologie haben jedoch zur Entwicklung potenzieller Arzneistoffe geführt. Schubert-Zsilavecz nannte unter anderem P2X2/3-Antagonisten und stufte sie als erfolgversprechend ein. Ihre Wirkung beruht darauf, im Lungengewebe pathophysiologisch erhöhte ATP-Konzentrationen zu senken und damit die Hustenreizschwelle anzuheben. Der P2X2/3-Antagonist Cefapixant befindet sich in der späten Phase der klinischen Zulassung.

pharma-world | Hustenmedikamente im Spannungsfeld2019-05-29T09:29:46+02:00

expopharm | 3 Fragen an Ulrich Sommer

Ulrich Sommer, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Apotheker- und Ärztebank
„Es ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe, all die jungen Pharmazeuten zu unterstützen, die ihr Wissen und Können im direkten Austausch in der Apotheke vor Ort zur Verfügung stellen wollen.“

1) Apothekenübernahmen und –gründungen: Was sind die größten Herausforderungen für junge Apotheker

Der Apothekenmarkt ist sehr heterogen, die typische Durchschnittsapotheke gibt es so nicht mehr. Unsere Auswertungen zeigen bei den Apothekenkaufpreisen und den Einnahmensituationen eine große Spreizung. Einerseits beobachten wir immer wieder, dass für Apotheken kein oder lediglich ein kleiner symbolischer Kaufpreis gezahlt wird, andererseits wurden im vergangenen Jahr laut unserer Analysen ein Fünftel der Apotheken für hohe sechsstellige, teils siebenstellige Summen an Nachfolger übergeben. Es gibt also inzwischen vom kleinen bis zum mittelständischen Unternehmen eine große Bandbreite an Möglichkeiten, entsprechend ist es für den angehenden Existenzgründer wichtig herauszufinden, welcher Unternehmertyp er ist. Die Finanzierung wird dabei häufig als Hürde am stärksten überschätzt. Doch die anfangs befürchteten Risiken erweisen sich im Nachhinein als überschaubar. Insgesamt können wir feststellen, dass gut geplante Existenzgründungen fast ausnahmslos erfolgreich sind.

2) Und mit welchen Problemen kämpfen Apotheker, die Nachfolger suchen?

Seit Jahren werden immer wieder Apotheken geschlossen, weil sie keinen Nachfolger finden. Die aktuellen Unsicherheiten über die ökonomischen und politischen Rahmenbedingungen begünstigen vermutlich noch diese Entwicklung. Viele Fragen zu Themen wie Versandhandelsverbot für verschreibungspflichtige Arzneimittel oder mögliche Folgen des Honorar-Gutachtens des BMWi sind noch ungeklärt. Zudem ergab eine apoBank-Studie zum Zukunftsbild der Heilberufe, dass viele der jungen Pharmazeuten nicht die kurative Tätigkeit in der Apotheke anstreben. Und das liegt nicht an den Verdienstmöglichkeiten, denn der Weg in die eigene Offizin rentiert sich in der Regel schon nach kurzer Zeit – das belegen unsere eigenen Analysen. Es ist vielmehr das Berufsbild des Pharmazeuten in der Apotheke, das vor allem mit dem Verkauf von Arzneimitteln assoziiert wird und wenig Spielraum für die pharmazeutische Expertise bietet. Denn häufig ist Patienten nicht bewusst, welche Fachkompetenz und Unterstützung ein Apotheker bereithält.

3) Mit Know-how und Event-Formaten wird die expopharm 2019 gezielt junge Apotheker ansprechen. Was ist wichtig für deren Unterstützung?

Auch wenn unsere Studie zeigt, dass fast jeder zweite Pharmazeut außerhalb der Offizin tätig sein will, so wollen immer noch über die Hälfte in einer Apotheke wirken. Für sie müssen Rahmenbedingungen geschaffen werden, die den Freiraum dafür bieten, ihre beruflichen Vorstellungen zu verwirklichen und ihre innovativen Ideen entwickeln zu können. Das kann im Bereich der Präventivmaßnahmen, der Medikationsanalyse und des Medikationsmanagements sein oder beim Coaching der Patienten, um die vom Arzt identifizierten Therapieziele zu erreichen. Dazu gilt es aber, das Berufsbild des Apothekers in seiner eigenen Apotheke zu stärken und auch finanziell attraktiv zu halten. Die Vergütung muss so gestaltet sein, dass die Existenzgrundlage der Apotheker auch gewährleistet ist. Ich bin sicher: Die pharmazeutischen Kompetenzen in der Apotheke könnten im Gesundheitsmanagement jedes einzelnen Bürgers eine noch viel größere Rolle spielen. So ist es auch eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe, all die jungen Pharmazeuten zu unterstützen, die ihr Wissen und Können im direkten Austausch in der Apotheke vor Ort zur Verfügung stellen wollen.

expopharm | 3 Fragen an Ulrich Sommer2018-10-16T09:26:20+02:00

expopharm Medienpreis 2018 verliehen

Eschborn/München (11. Oktober 2018) Gestern wurde zum 14.mal der expopharm Medienpreis verliehen. Mit diesem Wettbewerb will die größte und wichtigste pharmazeutische Fachmesse Europas die fundierte und durchaus auch kritische Berichterstattung rund um die Apotheken fördern. Der Preis wurde in vier Kategorien ausgeschrieben.

expopharm_18_184

In der Kategorie Apotheke und Politik wurde Dagmar Röhrlich für ihre Sendung: „Lieferengpässe bei Medikamenten – Notstand im Apotheker-Regal“ ausgezeichnet, die am 26. Februar 2018 erstmals im Deutschlandfunk ausgestrahlt wurde. Obwohl Apotheker, die pharmazeutische Industrie und auch die Politik schon Einiges unternommen haben, um der Nichtverfügbarkeit auch bei versorgungsrelevanten Wirkstoffen gegenzusteuern, ist das Problem noch immer nicht gelöst. Klar ist, dass der weltweit zunehmende Kostendruck und die Globalisierung ihren gehörigen Beitrag zu diesem Problem geleistet haben. Zwar produzieren China und Indien zu Preisen, die in Deutschland nicht im Ansatz kostendeckend zu realisieren sind. Dies geht aber zu Lasten der Qualität. Arzneimittel- und Versorgungssicherheit vertragen sich nicht wirklich mit Schnäppchenpreisen. Letztlich sind dies Herausforderungen im Weltmaßstab, die Dagmar Röhrlich laienverständlich darstellt, so dass sich die Hörer nach der Sendung eine fundierte Meinung bilden können.

Für ihren Dokumentarfilm „Unbezahlbare Pillen“ erhielten Stephan Arapovic und Johan von Mirbach den expopharm Medienpreis in der Kategorie Apotheke und Ökonomie. Die Sendung, die am 7. September 2017 erstmals in 3sat ausgestrahlt wurde, setzt sich mit der Frage auseinander, welche Behandlungen in einem solidarischen Gesundheitssystem auch künftig noch finanziert werden sollen. Nicht zuletzt die aufwändigen Forschungs- und Produktionsverfahren für biotechnologische Arzneimittel haben diese Innovationen so teuer gemacht, das eine flächendeckende Behandlung aller in Frage kommenden Patienten so manches Gesundheitssystem in den Ruin treiben würde. Arapovic und von Mirbach wagen den schwierigen Ansatz, die ökonomischen und ethischen Dimensionen dieser Entwicklung gegeneinander abzuwiegen. Die Jury bewertete den gewählten Ansatz als ausgezeichnete Darstellung eines Problems, das in den kommenden Jahren eher größer als kleiner werden wird.

„Heilkraut“ nannte der Arzt und Journalist Dr. Bernhard Albrecht seine Titelgeschichte des Stern vom 19. April 2018, für die er den expopharm Medienpreis in der Kategorie Apotheke und Verbraucher erhielt. Auf insgesamt zehn Druckseiten greift er das auch ideologisch kontrovers diskutierte Thema Cannabis unter den verschiedensten Blickwinkeln auf. Er zeigt die Hoffnungen, die sich mit dieser Therapie verbinden ebenso wie deren Schattenseiten. So stellt er beispielsweise eine wirtschaftliche Goldgräberstimmung bei den Herstellern fest, die oft keine pharmazeutischen Unternehmen sind. Klar sei aber, dass die Erforschung der Haupt- und Nebenwirkungen von Cannabis weiter vorangetrieben werden müsse. Die Jury wertete diesen Artikel als besonders gelungenes Beispiel für die Aufklärung von Patienten und Verbrauchern. Denn er zeigt, dass auch ein emotional besetztes Thema so dargestellt werden kann, dass sich die Leser nach der Lektüre eine auf Fakten basierte eigene Meinung bilden können.

Dass es wichtig ist, Medikamente je nach Wirkmechanismus vor oder nach dem Essen einzunehmen, hat sich inzwischen herumgesprochen. Weniger bekannt ist, dass auch die Tageszeit der Anwendung eine bedeutsame Rolle spielt. Maike Brzoska hat dieser Tatsache eine eigene Sendung in Bayern 2 gewidmet, die unter dem Titel „Chronomedizin – Therapie im Takt des Körpers“ erstmalig am 25. Januar 2018 ausgestrahlt wurde. Hierfür wurde sie nun mit dem expopharm Medienpreis in der Kategorie Pharmazie und Forschung geehrt. Die Jury bezeichnete den Beitrag als ein besonders gelungenes Beispiel für die laienverständliche Aufbereitung sehr schwieriger aber extrem wichtiger Themen. Die Autorin macht es ihren Zuhörern durch plastische und spannende Beispiele leichter, die komplexen Zusammenhänge zu verstehen. Nach Meinung der Jury macht gerade das guten und daher auch preiswürdigen Wissenschaftsjournalismus aus.

Die Preisverleihung fand im Münchner GOP Varieté-Theater statt. Der expopharm Medienpreis 2018 wurde von der Deutschen Apotheker- und Ärztebank, der DKV und der Messe München unterstützt.

Die Pressemitteilung können Sie auch hier downloaden.

expopharm Medienpreis 2018 verliehen2018-10-15T11:45:19+02:00

expopharm | 3 Fragen an Dr. Christian Ciesielski

Dr. Christian Ciesielski, Geschäftsführer WEPA APOTHEKENBEDARF GmbH & Co KG
„Unser Team ist mehrfach im Jahr bei den Apotheken zu Besuch – für uns als WEPA ist die expopharm der perfekte Ort, bei dem wir Kunden auch einmal „bei uns zu Hause“ begrüßen können.“

1) Rezepturen in der Apotheke – welche Rolle spielt Digitalisierung bereits jetzt und was verändert sich in den nächsten 1-2 Jahren?

Für uns als WEPA ist es ein wichtiges Ziel, die Vorteile der Digitalisierung für unsere Kunden in die Apotheke zu übertragen. So bieten wir durch die Geräteanbindung an unsere Software apotec® LabXpert ein Komplettsystem an, dass alle Schritte und Daten in der Herstellung und Rezeptur dokumentiert – und zudem unterstützt und assistiert. Damit wird unnötige Arbeit vermieden und wertvolle Zeit gespart. Die finale Ausbaustufe ist der Portalgedanke „WEPA Cloud“. Aktuell planen wir hier mit unterschiedlichen Services, wie beispielsweise der Ablage von Zertifikaten oder einem Schnellzugriff zu wesentlichen Rezepturfragen, das Apothekenpersonal nachhaltig zu unterstützen.
In Labor und Herstellung werden in den nächsten Jahren immer weitere Lösungen entstehen, die zum einen wertvolle Zeit sparen – aber vor allem bei der Qualitätssicherung wichtige Hilfe leisten. Ein Beispiel sind hier die neuen Kühlschrankgenerationen, die webbasiert sämtliche Kühldaten speichern – so dass diese immer und überall für die Apotheke verfüg- und nachvollziehbar sind. Zudem werden wir mit unterstützenden Web-Tutorials, eLearnings und auch einem verbesserten Online-Shop weitere Erleichterungen für die Apotheker realisieren.

2) Welche Rolle spielt die PTA als Kernzielgruppe für die WEPA?

Im für uns wichtigen Bereich Labor und Herstellung sind PTA vielfach Anwender und auch Entscheider. Bei OTC-Produkten, wie Blutdruckmessgeräten, stellen PTA mit kompetenter Beratung die Schnittstelle zum Kunden dar. Daher stehen PTA als „Zielgruppe“ bei uns absolut im Fokus – insbesondere da wir als WEPA traditionell zu 100% auf die Apotheke vor Ort setzen.

3) Wie kann die PTA künftig in ihrer Rolle in der Apotheke auf der expopharm gestärkt werden?

Services wie der expopharm-Rezepturrundgang oder die PTA-Rundgänge sind sicherlich gute Wege, um einen Schnellüberblick über Angebote auf der expopharm zu erhalten. Neben Weiterbildungsangeboten wäre ein auf PTA und PKA zugeschnittener Messeplan gegebenenfalls sinnvoll.

expopharm | 3 Fragen an Dr. Christian Ciesielski2018-10-09T15:28:14+02:00

expopharm | 3 Fragen an Alison Hartley

Alison Hartley, General Manager Consumer Healthcare GSA, Sanofi-Aventis
„Auf der expopharm können wir dem Apotheker Hintergrund-Wissen mit externer und interner Evidenz zur Verfügung stellen, das eine Beratung auf Basis des aktuellen Wissenstandes erlaubt.“


1) Für viele Pharmaunternehmen hat der fachwissenschaftliche Austausch mit dem Apotheker an Bedeutung verloren. Welchen Stellenwert hat dieser Austausch für Sanofi?

Nach wie vor einen hohen Stellenwert! Der Selbstmedikationsbereich von Sanofi versteht sich als Förderer der evidenzbasierten Beratung, aus diesem Grund stellen wir externe Evidenz für unsere Arzneimittel über eine Datenbank Apothekern und Fachpersonal zur Verfügung. Für die schnelle Orientierung dienen dem Pharmazeuten dort Leitlinien der medizinisch-wissenschaftlichen Fachgesellschaften, in denen von Experten auf dem jeweiligen Gebiet nach vorher streng festgelegten Regeln Therapieempfehlungen für die Praxis gegeben werden. Für Sanofi ist es wichtig, dass bei der Bewertung der Evidenz immer der Patient im Mittelpunkt stehen muss.

2) Welche Rolle spielt die Zusammenarbeit zur Unterstützung von Patientencompliance in der Therapie?

Die Patientencompliance ist ein wichtiger Faktor für eine erfolgreiche Therapie, egal ob im Bereich Selbstmedikation oder im verschreibungspflichtigen Umfeld. Deshalb unterstützen wir den Apotheker mit verschiedenen Angeboten sowohl vor Ort als auch über einen zentralen Support. Dazu gehören zum Beispiel gezielte Trainings, CHC Schulungen, Info-Materialien und digitale Informationstools. Darüber hinaus aber auch Angebote der Thomae Akademie, Selfmedic, Pia und nicht zuletzt natürlich der Sanofi-Apothekenservice.

3) Mit der pharma-world hat die expopharm ein spezifisches Forum für den indikationsbezogenen Austausch geschaffen. Was ist wichtig, damit dieser Austausch gelingt?

Das produkt-unabhängige wissenschaftliche Vortragsprogramm mit namhaften Experten zu verschiedenen Apotheken-relevanten Indikationsbereichen schafft eine hervorragende Ebene Wissenschaft und wirtschaftliche Aspekte miteinander zu verbinden. Wichtig für einen gelungenen Austausch ist in diesem Zusammenhang den evidenzbasierten, Patienten-orientierten Grundgedanken in den Mittelpunkt zu stellen. Und dem Apotheker so Hintergrund-Wissen mit externer und interner Evidenz zur Verfügung zu stellen, das eine Beratung auf Basis des aktuellen Wissenstandes erlaubt.

expopharm | 3 Fragen an Alison Hartley2018-09-28T14:07:25+02:00

expopharm | Terminankündigung für Düsseldorf 2019

Die Vorbereitungen für die expopharm 2018 in München sind in vollem Gang. Aber es wird bereits fleißig die darauf folgende Veranstaltung geplant. Nächstes Jahr findet die expopharm im gewohnten Turnuswechsel von 25.09. bis 28.09.2019 in Düsseldorf statt.

Die expopharm 2018 und der Deutsche Apothekertag werden in den in den neu gebauten Hallen C5 und C6 und in den Hallen B5, B6 der Messe München stattfinden. Für die Besucher heißt das, dass zwei Eingänge zur Verfügung stehen: der bekannte Eingang Ost und der neue Eingang Nord-Ost.

expopharm | Terminankündigung für Düsseldorf 20192018-09-17T10:44:25+02:00

expopharm | 3 Fragen an Lars Polap

Lars Polap, Leitung Produktentwicklung – Geschäftsführer PHARMATECHNIK GmbH & Co KG
„Die expopharm führt mit neuen Netzwerkformaten die richtigen Gesprächspartner zusammen und bietet innovative Plattformen für den gezielten Beziehungsausbau mit den Kunden.“


1) Was wird für die Apotheken Softwarehäuser in den nächsten 1-2 Jahren die größte Herausforderung?

Die zunehmende Digitalisierung wird die Zusammenarbeit der Leistungserbringer enorm verändern. Das elektronische Rezept ist nur ein Stichwort. Das bedeutet einige technische und organisatorische Herausforderungen für die EDV Häuser. Die verschiedenen Player im Gesundheitsmarkt müssen sich dazu abstimmen und auf einheitliche Abläufe und Lösungen einigen. Dafür müssen neue technische aber vor allem auch inhaltliche Standards definiert werden. Da sind dann auch die Verbände gefragt, aktiv und zielorientiert mit zu gestalten.
Außerdem verändern sich das Konsumverhalten und die Erwartungshaltung der Kunden bzw. Patienten gegenüber den Apotheken. Verbraucher haben sich an die schnelle und permanente Verfügbarkeit digitaler Angebote und Abläufe in den verschiedenen Lebensbereichen gewöhnt und erwarten das auch im Gesundheitswesen. Da die Apotheke auch Einzelhändler ist, wird sie natürlich mit digitalen Angebotsformern anderer Branchen verglichen.
Hier können innovative Lösungen der IT Anbieter dem Apothekenpersonal und dem Unternehmer Apotheker helfen, in einem sich ändernden Marktumfeld wettbewerbsfähig zu bleiben.

2) Was bedeutet das für den Apotheker?

Auf die Apotheken kommen mit securPharm, der Telematik Infrastruktur aber auch mit e-Health Themen wie e-Medikationsplan und e-Rezept zahlreiche neue Aufgaben zu. Diese Themen müssen aktiv in die tägliche Arbeit integriert, die Abläufe und Organisation vorbereitet und das Personal geschult werden.
Zudem müssen sich Apotheken verstärkt überlegen, wie sie sich profilieren. Das gilt sowohl in Richtung Kunden als auch in Richtung Mitarbeiter. Für die meisten Apotheken gilt es, sich noch aktiver um die beiden Gruppen zu kümmern, sie zu begeistern und zu entwickeln damit ihre Zukunftsfähigkeit gesichert wird. Diese Veränderungen in Markt und Gesellschaft sind zwar kein Selbstläufer, bieten in Summe aber auch große Chancen.
Für den Apotheker gilt es, die für seine Situation passenden Lösungen zu finden und mit seinen Partnern in der Apotheke und vor allem auch im Team einzuführen. Die EDV-Häuser werden weiterhin alles tun, um die inhabergeführte Apotheke in Ihrem Wettbewerbsumfeld zu stärken, dem Personal durch clevere digitale Lösungen den Rücken frei zu halten und dem Apotheker zu helfen, den Wandel aktiv zu gestalten.

3) Welche Rolle spielen dabei die für 2019 neuen Formate expopharm Spezial, das die E–Health Herausforderungen auf die Bühne bringt und die Intensivmodule zur Digitalen Integration?

Die vielen Veränderungen im Markt verursachen Unsicherheit und großen Informationsbedarf, denn die Auswahl an Angeboten ist immens – die Expopharm bietet bereits heute auf einer großen Plattform die Möglichkeit, sich umfassend zu informieren.
Noch bessere Orientierung erwarte ich mir von den neuen themenbezogenen Formaten der expopharm. Hier werden einzelne aktuellen Themen fokussiert und gebündelt. Das erlaubt den direkten Dialog und Austausch zwischen Experten und Apothekern in Seminaren und Workshops und bietet so eine praxisbezogene Annäherung an diese zukunftsorientierten Themen. In unmittelbarer räumlicher Nähe zu allen relevanten Marktteilnehmern geht es letztlich nicht nur um Information, sondern auch um gemeinsames Gestalten.
Mit diesen neuen Netzwerkformaten führt die expopharm dank Intensivmodulen und -workshops die richtigen Gesprächspartner an einem Ort zusammen und bietet so innovative Plattformen für den gezielten Beziehungsauf- und –ausbau mit den Kunden.

expopharm | 3 Fragen an Lars Polap2018-09-17T15:12:25+02:00